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Dispokredit erhöhen: Wann ist es möglich und wie geht es?

Der Kontostand ist knapp und Sie benötigen dauerhaft mehr finanziellen Puffer auf Ihrem Girokonto? Eine Erhöhung des Dispokredits ist ein bewährter Weg, um sich kurzfristige Liquidität und mehr Flexibilität im Alltag zu sichern. Doch der Sprung zu einem höheren Limit erfolgt nicht willkürlich: Banken knüpfen die Anpassung an klare Kriterien und eine stabile Historie.

Verfasst von Ivan Bevanda

- 29. Dez. 2025

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Geprüft von Sven Wilke

4 Min. Lesezeit | Kredite

Das Wichtigste im Überblick:

  • Für die Dispoerhöhung sind meist drei regelmäßige Gehaltseingänge sowie eine positive Schufa-Bonität erforderlich.

  • Eine Anpassung ist möglich, sobald sich die finanzielle Bonität nachweislich verbessert – etwa durch ein höheres Gehalt, einen unbefristeten Vertrag oder nach Ablauf der dreimonatigen Verifikationsphase bei Neukunden.

  • Die Beantragung erfolgt heute meist digital via Online-Banking und wird grundsätzlich innerhalb von 1 bis 3 Bankarbeitstagen bearbeitet

Wie hoch kann ein Dispokredit sein?

In der Regel gewähren Banken einen Dispokredit von zwei bis drei Nettomonatsgehältern, wobei Neukunden oft zunächst nur ein Gehalt erhalten, bis nach mindestens drei Monaten eine Anpassung möglich ist.

Eine gesetzliche Obergrenze existiert nicht, sodass jedes Institut individuell über die Höhe entscheidet – mehr Details dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Dispohöhe.

Wann kann ein Dispokredit erhöht werden?

Eine Anpassung des Dispokredits ist meist dann erfolgreich, wenn sich Ihre finanzielle Situation nachweislich verbessert hat. Besonders nach einer Gehaltserhöhung oder dem Wechsel in eine besser bezahlte Position ist der ideale Moment, um das Limit neu zu verhandeln.

Da die Banken den Spielraum üblicherweise am Nettoeinkommen bemessen, führt ein höheres Gehalt fast automatisch zu einem größeren Spielraum. Auch der Wechsel von einem befristeten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis nach der Probezeit ist ein starkes Signal für die Bank, das Sicherheitsrisiko neu zu bewerten und den Rahmen von der initialen Basis-Absicherung auf das volle Volumen anzuheben.

Die 3-Monats-Regel: Warum Kontinuität entscheidend ist

Die Vergabe eines Dispokredits basiert auf Vertrauen in Ihre künftige Zahlungsfähigkeit. Banken nutzen daher die „3-Monats-Frist“ als Verifikationsphase: Erst wenn drei aufeinanderfolgende Gehaltseingänge in identischer oder steigender Höhe verbucht wurden, gilt das Einkommen als gesichert.

Dies gilt sowohl für Neukunden als auch für Bestandskunden, die nach einer Einkommenssteigerung mehr Spielraum beantragen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Ihr Nutzungsverhalten: Wer sein Konto innerhalb des vereinbarten Rahmens führt und keine Rücklastschriften aufgrund mangelnder Deckung verursacht, beweist Zuverlässigkeit.

Diese positive Kontoführung ist oft die wichtigste Eintrittskarte, um bei der Bank eine Dispoerhöhung durchzusetzen.

Basis-Voraussetzungen für einen Dispokredit:

  • Volljährigkeit: Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

  • Wohnsitz & Konto: Ein fester Wohnsitz in Deutschland sowie ein aktives Girokonto bei der jeweiligen Bank sind zwingend erforderlich.

  • Positive Bonität: Eine saubere SCHUFA-Auskunft ohne negative Merkmale ist die wichtigste Hürde für eine Kreditzusage.

  • Regelmäßiges Einkommen: Nachweisbare monatliche Eingänge (z. B. Gehalt, Lohn oder Rente) müssen vorhanden sein.

  • Keine Pfändungen: Das Konto darf nicht als Pfändungsschutzkonto (P-Konto) geführt werden und es dürfen keine aktiven Pfändungen vorliegen.

Schritt für Schritt: So beantragen Sie die Dispoerhöhung

Die Anpassung Ihres Kreditrahmens ist heute ein unkomplizierter Prozess, der meist vollständig digital abläuft. In der Regel ist die Beantragung sowie die Genehmigung für Sie absolut kostenfrei.

Online-Banking nutzen

Loggen Sie sich in Ihr Kundenportal ein und navigieren Sie zum Bereich „Kredit“, „Konto-Optionen“ oder „Kreditrahmen“. Dort können Sie die gewünschte Erhöhung meist per Schieberegler oder Texteingabe anfordern und sicher mittels TAN-Verfahren bestätigen.

Formelle Prüfung & Abwicklung

Nach der Übermittlung prüft das System Ihre hinterlegten Daten und Geldeingänge. Bei Filialbanken können Sie diesen Prozess auch persönlich vor Ort anstoßen, was besonders hilfreich ist, wenn Sie zusätzliche Unterlagen (wie einen neuen Arbeitsvertrag) direkt vorlegen möchten.

Direkte Umsetzung

Sobald die Bank die interne Prüfung abgeschlossen hat, wird der neue Rahmen in Ihrem Profil hinterlegt. Sie erhalten darüber meist eine Nachricht in Ihr elektronisches Postfach oder eine schriftliche Bestätigung.

Wo finden Sie die Option bei Ihrer Bank?

Jedes Institut nutzt eine eigene Menüführung. Hier sind die gängigsten Pfade für den Schnellzugriff:

  1. TARGOBANK: Im Online-Banking unter dem Reiter „Services“ > „Kreditrahmen ändern“ (oder direkt in der App unter den Kontodetails).
  2. DKB: Im Banking unter dem Menüpunkt „Service“ > „Konten und Karten“ > „Dispositionskredit“.
  3. Deutsche Bank: Navigieren Sie im Online-Banking zu „Meine Bank“ > „Kreditrahmen“.

Erste Hilfe: Was tun, wenn man in der Dispofalle steckt?

Wenn das Konto dauerhaft im Minus verharrt, mag die Situation zunächst aussichtslos erscheinen – doch die gute Nachricht ist: Die Schuldenfalle ist ein lösbares Problem.

Mit den richtigen Strategien und einer systematischen Vorgehensweise gelingt es Ihnen nicht nur, die teure Zinslast abzuwerfen, sondern gleichzeitig langfristig gesunde finanzielle Gewohnheiten zu etablieren. Wie Sie diesen Befreiungsschlag Schritt für Schritt umsetzen, erfahren Sie im Detail in unserem weiterführenden Beitrag: "Wie entkommt man der Dispofalle?"

Wie lange dauert es, bis der Dispo erhöht wird?

Wie schnell Sie über den erhöhten Rahmen verfügen können, hängt maßgeblich von der Art Ihres Kreditinstituts und Ihrer persönlichen Bonität ab.

Grundsätzlich sollten Sie mit folgendem Zeitrahmen planen:

Reaktion bei Ablehnung: Sollte die Bank Ihren Antrag nicht bewilligen, erfolgt die Information darüber meist sehr zeitnah innerhalb von 2 bis 3 Tagen, oft ergänzt um eine schriftliche Begründung in Ihrem elektronischen Postfach. Gut zu wissen: Wochenenden und Feiertage zählen nicht als Bankarbeitstage. Wer seinen Antrag am Freitagabend stellt, sollte daher erst Mitte der folgenden Woche mit der finalen Anpassung rechnen.

  • Standardfall (1–3 Bankarbeitstage): Bei Kunden mit stabiler Historie und regelmäßigem Einkommen erfolgt die Genehmigung meist zügig. Viele Direktbanken schalten das neue Limit bei positiver automatisierter Prüfung oft schon innerhalb von 24 Stunden frei.

  • Komplexere Fälle (bis zu einer Woche): Bei Selbstständigen, Freiberuflern oder dem Wunsch nach einem besonders hohen Kreditrahmen findet oft eine manuelle Prüfung statt. Hier kann die Bank zusätzliche Unterlagen anfordern, was den Prozess auf einige Werktage verlängert.

Zeitlicher Rahmen und Rückmeldung bei Ablehnung

Sollte die Bank Ihren Antrag nicht bewilligen, erfolgt die Information darüber meist sehr zeitnah innerhalb von zwei bis drei Tagen. In vielen Fällen erhalten Sie dazu eine schriftliche Begründung direkt in Ihr elektronisches Postfach.

Bitte berücksichtigen Sie bei Ihrer Planung, dass Wochenenden und Feiertage nicht als Bankarbeitstage zählen. Wer seinen Antrag beispielsweise am Freitagabend einreicht, sollte daher erst Mitte der folgenden Woche mit der finalen Anpassung oder einer Rückmeldung rechnen.

Welche Alternativen zum Dispokredit gibt es?

Es gibt verschiedene sinnvolle Alternativen zum Dispokredit, die Ihnen deutlich günstigere Konditionen und eine bessere Planbarkeit bieten.

In der Regel gilt ein klassischer Ratenkredit als die beste Option, da er aufgrund wesentlich geringerer Zinssätze die Gesamtkosten senkt und durch feste monatliche Raten eine strukturierte Rückzahlung ermöglicht. Vor allem bei einer geplanten Umschuldung des Dispos ist dieser Weg ideal, um die teure Zinsspirale der Kontoüberziehung dauerhaft zu durchbrechen.

Mehr zu den verschiedenen Möglichkeiten und wie Sie effektiv Zinsen sparen, erfahren Sie in unserem Beitrag: Alternativen zum Dispokredit.

Häufig gestellte Fragen zur Dispoerhöhung

Wie schnell wird mein Antrag auf Dispoerhöhung bearbeitet?

Die meisten Banken bearbeiten Anträge innerhalb von 1-3 Bankarbeitstagen. Direktbanken gelten dabei oft schneller als Filialbanken. Bei komplexeren Fällen kann es allerdings bis zu einer Woche dauern.

Kann die Bank meine Dispoerhöhung ablehnen?

Ja, Banken können Anträge ablehnen, wenn die Bonität nicht ausreicht, das Einkommen zu niedrig ist oder negative SCHUFA-Einträge vorliegen. Dafür erhalten Sie eine schriftliche Begründung.

Werden bei der Erhöhung des Dispos Zinsen geändert?

Nein, durch die bloße Erhöhung des Kreditrahmens ändern sich Ihre Zinssätze nicht. Bei den meisten Banken gelten für alle Kunden eines Kontomodells die gleichen Zinssätze, unabhängig davon, ob der Dispo bei 500 Euro oder 5.000 Euro liegt. Beachten Sie jedoch, dass es sich um variable Zinsen handelt, die vom Kreditinstitut jederzeit an die allgemeine Marktlage angepasst werden können.

Kann ich den Dispo jederzeit wieder reduzieren?

Ja, Sie können Ihren Dispo jederzeit reduzieren oder ganz kündigen. Dies ist meist online im Banking oder schriftlich möglich. Eine Reduzierung ist immer kostenfrei.

Fazit: Chancen und Risiken der Dispoerhöhung abwägen

Die Erhöhung Ihres Dispokredits ist ein effektives Instrument, um kurzfristig finanzielle Engpässe zu überbrücken und sich mehr Flexibilität im Alltag zu verschaffen. Wir empfehlen jedoch, den neuen Spielraum verantwortungsbewusst zu nutzen und stets die im Vergleich hohen Zinssätze im Blick zu behalten.

Eine Rahmenerhöhung ist dann am sinnvollsten, wenn sie als reine Sicherheitsreserve dient und nicht zur dauerhaften Finanzierung des Lebensstandards missbraucht wird. Für langfristige finanzielle Stabilität bleibt es entscheidend, die eigenen Ausgaben regelmäßig zu prüfen und bei dauerhaftem Kreditbedarf auf günstigere Alternativen wie den Ratenkredit zu setzen.

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