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Bis zu welchem Alter bekommt man einen Kredit?

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Altersgrenze für Kredite. Je nach Bank liegt die Obergrenze bei 60 bis 75 Jahren.

Verfasst von Ivan Bevanda

- 17. März 2026

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Geprüft von Sven Wilke

4 Min. Lesezeit | Kredite

Das Alter gilt als eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen bei der Beantragung eines Kredits. Während die Mindestgrenze mit 18 Jahren klar definiert ist, gestaltet sich die Frage nach der Altersobergrenze deutlich komplexer.

Grundsätzlich gilt: Je älter Sie sind, desto schwieriger wird es, eine langfristige Finanzierung zu erhalten. Eine einheitliche Grenze gibt es jedoch nicht. Die Altersobergrenze variiert je nach Kreditart, der individuellen Bankpolitik und der persönlichen Finanzlage des Antragstellers.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Faktoren das Höchstalter bei Krediten beeinflussen und welche Möglichkeiten es auch für Rentner gibt, die eigenen finanziellen Ziele zu verwirklichen.

Altersgrenze bei der Kreditaufnahme: Das Wichtigste im Überblick

  • Grundsätzlich gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Altersgrenze, die besagt, ab wann man keinen Kredit mehr bekommt. Jeder Kreditgeber darf eigenständig entscheiden, wann ein Antragsteller als zu alt für eine Kreditfinanzierung gilt.

  • Die Altersobergrenze für einen Kredit schwankt in der Regel zwischen 60 und 75 Jahren. Dabei gibt es auch Kreditgeber, die individuelle Ausnahmen machen, je nach Art des Kredits und der finanziellen Stabilität des Antragstellers.

  • Für Personen, die aufgrund ihres Alters Schwierigkeiten haben, einen Kredit zu erhalten, gibt es einige Alternativen. Mithilfe einer geeigneten Kreditsicherheit oder eines Bürgen können Sie Ihre Chancen auf einen Kredit trotz Ihres Alters erheblich erhöhen.

Ab wann bekommt man keinen Kredit mehr und warum?

Warum das Alter des Antragstellers eine wichtige Rolle bei der Kreditvergabe spielt, lässt sich einfach erklären: Statistisch gesehen steigt mit zunehmendem Alter das potenzielle Ausfallrisiko für den Kreditgeber.

Ein älterer Antragsteller könnte möglicherweise eine kürzere verbleibende Lebenszeit sowie ein erhöhtes Gesundheitsrisiko haben, was die Fähigkeit zur vollständigen Rückzahlung des Kredits gefährden könnte.

Laut dem Statistischen Bundesamt beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland nach der aktuellen Sterbetafel 2022/2024 rund 78,5 Jahre für Männer und 83,2 Jahre für Frauen. Je näher Sie an diese statistisch ermittelten Altersgrenzen heranrücken, desto stärker wirkt sich Ihr Alter auf die Kreditvergabe aus.

Grundsätzlich gibt es kein festes Alter, ab dem eine Kreditaufnahme nicht mehr möglich ist. Jeder Kreditgeber entscheidet individuell, ob Sie sich trotz fortgeschrittenem Alter für den gewünschten Kredit qualifizieren und zu welchen Konditionen.

Mit voranschreitendem Alter schränkt sich das verfügbare Angebot automatisch ein: Antragstellern im fortgeschrittenen Alter werden normalerweise geringere Geldbeträge mit kürzeren Kreditlaufzeiten zur Verfügung gestellt, um das Risiko von Zahlungsausfällen zu minimieren.

Seit der Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im Jahr 2016 sind Banken bei Immobilienkrediten gesetzlich verpflichtet, die Rückzahlungsfähigkeit innerhalb der statistischen Lebenserwartung des Antragstellers zu prüfen. Diese Regelung betrifft vor allem ältere Kreditnehmer, die eine Baufinanzierung anstreben.

Da es in diesem Alter schwierig sein kann, eine passende Finanzierung zu finden, bieten manche Kreditgeber spezielle Kredite für Rentner an. Ein gründlicher Kreditvergleich ist hier auf jeden Fall zu empfehlen.

Die Altersgrenze fördert nicht die Altersdiskriminierung!

  • Allerdings muss hervorgehoben werden, dass diese Praxis keinesfalls darauf abzielt, Altersdiskriminierung zu fördern.

  • Es handelt sich lediglich um eine Risikoanalyse, die sowohl auf statistischen Daten als auch bisherigen Erfahrungen basiert.

  • Dadurch wird in erster Linie sichergestellt, dass Kreditgeber das Ausfallrisiko angemessen bewerten, um somit dem Antragsteller eine verantwortungsvolle Kreditvergabe zu gewähren. 

  • Bei der Finanzierung von Wohnimmobilien ist diese Prüfung der Rückzahlungsfähigkeit im Rahmen der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Chancen auf einen Kredit nach Altersgruppe

Obwohl keine genauen Zahlen genannt werden können, lässt sich die Situation in Bezug auf die Altersgrenze bei Krediten folgendermaßen interpretieren:

Kredit mit 60 Jahren:

  • In diesem Alter sollten Sie selten Probleme mit der Kreditaufnahme haben. Ob Sie weiterhin berufstätig sind oder bereits Rente beziehen, spielt allerdings eine wichtige Rolle.

  • Der Grund liegt auf der Hand: Das durchschnittliche Nettogehalt in Deutschland liegt bei rund 2.540 EUR monatlich, während die Standardrente nach 45 Beitragsjahren netto ca. 1.624 EUR beträgt. Die tatsächliche Durchschnittsrente liegt sogar nur bei etwa 1.100 EUR.

  • Aufgrund der niedrigeren monatlichen Einnahmen in der Rente kann sich dies negativ auf Ihre Kreditwürdigkeit auswirken. Kreditgeber könnten zögern, Ihnen langfristig höhere Geldbeträge zu verleihen, oder höhere Kreditzinsen verlangen.

  • Eine Kreditablehnung allein aufgrund Ihres Alters sollte in diesem Fall nicht erfolgen. Wer mit 60 noch berufstätig ist, hat oft sogar bessere Chancen als jüngere Antragsteller, da ein höheres Einkommen und Vermögen vorhanden sein kann.

Kredit mit 70 Jahren:

  • Ab 70 Jahren können tatsächlich einige Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme auftreten. Langfristige Finanzierungen wie eine Baufinanzierung sind aufgrund der Wohnimmobilienkreditrichtlinie in der Regel nicht mehr realisierbar.

  • Bisherige Erfahrungen zeigen, dass bis zum 75. Lebensjahr bei guter Bonität dennoch die Möglichkeit besteht, bestimmte Kreditangebote in Anspruch zu nehmen. Manche Banken wie die Sparkasse vergeben auch in diesem Alter noch Ratenkredite.

  • Die Kreditkonditionen fallen in diesem Alter möglicherweise ungünstiger aus, und es gibt oft eine Begrenzung bei der Höhe des Kreditbetrags. In der Regel werden in diesem Alter nur noch Kredite bis maximal 25.000 EUR vergeben.

  • Ab dem 75. Lebensjahr wird es zunehmend schwieriger, eine Kreditfinanzierung zu erhalten. Aufgrund der statistischen Lebenserwartung sind nur wenige seriöse Kreditangebote für Personen über 75 Jahren verfügbar.

Kredit mit 80 Jahren:

  • Falls Sie bereits das 80. Lebensjahr überschritten haben, gestaltet sich die Suche nach einer Kreditfinanzierung äußerst schwierig. Kreditangebote für Personen über 80 sind selten und oft mit strengen Aufnahmekriterien verbunden.

  • Als 81-jähriger Mann liegen Sie bereits über der durchschnittlichen Lebenserwartung von 78,5 Jahren, was für die meisten traditionellen Kreditgeber ein Ausschlusskriterium darstellt.

  • Die Kreditaufnahme in diesem Alter ist bei einem klassischen Kreditinstitut in der Regel komplett ausgeschlossen. Banken stufen ein solches Alter als zu hohes Risiko ein.

  • Falls Sie dennoch finanzielle Unterstützung benötigen, sollten Sie Alternativen prüfen: Ein Immobilien-Teilverkauf, eine Leibrente oder ein Gespräch mit Familienmitgliedern können mögliche Wege sein.

  • Gemeinnützige Organisationen wie die BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) oder das DRK bieten zudem Beratung in finanziellen Notlagen an.

So können Sie Ihre Chancen auf einen Kredit im Alter erhöhen

Wie bereits erwähnt, kann das Alter ein Ausschlusskriterium sein. Während Personen über 80 Jahren bei Kreditfinanzierungen in der Regel vor verschlossenen Türen stehen, haben Kreditsuchende zwischen 60 und 75 Jahren weiterhin gute Chancen auf einen Kredit.

Die Kreditvergabe im fortgeschrittenen Alter hängt maßgeblich von Ihrer Bonität und Ihrem SCHUFA-Score ab. Nachstehend erfahren Sie, wie Sie trotz Ihres Alters die Chance auf eine Kreditzusage erhöhen können.

1. Kreditsicherheiten nutzen

Die Nutzung von Kreditsicherheiten gilt als wahrscheinlich effektivste Möglichkeit, um Ihre Kreditwürdigkeit zu verbessern.

Falls Sie über wertstabile Vermögenswerte wie Immobilien, Grundstücke oder Autos verfügen, können Sie diese als Sicherheiten bei der Kreditvergabe hinterlegen.

Im Falle eines Zahlungsausfalls haben die Banken das Recht, auf diese Vermögenswerte zurückzugreifen, um Verluste zu minimieren.

Eine weitere bewährte Option besteht darin, einen Bürgen oder Mitantragsteller in den Kreditvertrag einzubeziehen. Die Anwesenheit einer weiteren kreditwürdigen Person stärkt das Vertrauen der Bank und führt normalerweise zu besseren Konditionen.

2. SCHUFA-Score optimieren

Ein guter SCHUFA-Score ist gerade im Alter besonders wichtig. Prüfen Sie vor der Kreditanfrage Ihre SCHUFA-Auskunft auf fehlerhafte Einträge und lassen Sie veraltete oder falsche Einträge löschen. Achten Sie dabei auf den Unterschied zwischen einer Konditionsanfrage (SCHUFA-neutral) und einer Kreditanfrage (wird vermerkt). Bei der Suche nach dem besten Angebot sollten Sie immer eine Konditionsanfrage wählen.

3. Kurze Laufzeiten und angepasste Beträge wählen

Je kürzer die gewünschte Kreditlaufzeit und je niedriger der Kreditbetrag, desto höher sind Ihre Chancen auf eine Zusage. Banken bevorzugen bei älteren Antragstellern Finanzierungen, die innerhalb weniger Jahre zurückgezahlt werden können.

4. Alternativen zum klassischen Kredit prüfen

Falls ein gewöhnlicher Ratenkredit nicht infrage kommt, gibt es weitere Möglichkeiten:

  • Immobilien-Teilverkauf: Sie verkaufen einen Teil Ihrer Immobilie und erhalten sofort Kapital, während Sie weiterhin in Ihrem Zuhause wohnen bleiben.
  • Leibrente: Sie übertragen Ihre Immobilie gegen eine lebenslange monatliche Rente und behalten ein Wohnrecht.
  • Kredit von Privat: Private Kreditgeber oder P2P-Plattformen haben oft flexiblere Altersgrenzen als traditionelle Banken.
  • Umschuldung: Falls Sie bereits bestehende Schulden haben, kann eine Umschuldung zu besseren Konditionen sinnvoll sein.

Fazit: Erschwerte Kreditaufnahme im fortgeschrittenen Alter?

Obwohl es keine gesetzlich definierte Altersobergrenze für einen Kredit gibt, berücksichtigen Kreditgeber bei älteren Kreditnehmern das höhere Risiko und die kürzere Rückzahlungszeit. Die Kreditaufnahme im fortgeschrittenen Alter wird dadurch erschwert.

Grundsätzlich ist man selten zu alt für einen Kredit, da individuelle Faktoren wie Privatvermögen, SCHUFA-Score und gewünschte Laufzeit eine bedeutende Rolle spielen.

Die Altersobergrenze schwankt je nach Antragsteller und Kreditart zwischen 60 und 75 Jahren. Bei Immobilienkrediten greift die Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die eine Tilgung innerhalb der statistischen Lebenserwartung verlangt.

Ab dem 75. Lebensjahr werden die Chancen aufgrund der durchschnittlichen Lebenserwartung von 78,5 Jahren (Männer) und 83,2 Jahren (Frauen) deutlich geringer. Personen über 80 erhalten nur in absoluten Ausnahmefällen eine klassische Kreditfinanzierung.

Wer im fortgeschrittenen Alter finanzielle Unterstützung benötigt, sollte neben dem klassischen Bankkredit auch Alternativen wie einen Immobilien-Teilverkauf, eine Leibrente oder einen Kredit von Privat in Betracht ziehen.

Häufig gestellte Fragen zur Altersgrenze bei Krediten

Ab welchem Alter bekommt man keinen Kredit mehr?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Altersgrenze, ab der eine Kreditaufnahme nicht mehr möglich ist. Die Altersgrenze variiert je nach Kreditgeber und Kreditart, beispielsweise zwischen 60 Jahren bei Baufinanzierungen und 75 Jahren bei Ratenkrediten. Grundsätzlich hängt diese Grenze eng mit der Bonität, den monatlichen Einnahmen und der gewünschten Laufzeit zusammen. Mit zunehmendem Alter wird die Kreditaufnahme schwieriger, da Kreditgeber das höhere Ausfallrisiko aufgrund der statistischen Lebenserwartung berücksichtigen.

Was passiert mit den Kreditschulden im Todesfall des Antragstellers?

Im Falle des Todes des Kreditnehmers bleiben die Kreditschulden bestehen. Diese Schulden gehen zusammen mit dem restlichen Privatvermögen des Verstorbenen an die gesetzlich festgelegten Erben über. Die Erben haben die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen. Falls die verstorbene Person mehr Schulden als Vermögen hinterlassen hat, kann das Erbe abgelehnt werden. Falls kein Erbe angenommen wird, übernimmt der Staat das hinterbliebene Vermögen und prüft, ob es ausreichend ist, um die offenen Schulden zu tilgen. Wird das Erbe auch vom Staat abgelehnt, gehen die Kreditgeber in der Regel mit leeren Händen davon.

Ist es möglich, einen Kredit mit 80 Jahren aufzunehmen?

Grundsätzlich ist es nur in seltenen Fällen möglich, mit 80 Jahren eine klassische Kreditfinanzierung aufzunehmen. Die meisten Kreditgeber haben definierte Altersgrenzen, die bei ausgezeichneter Bonität zwar erhöht werden können, aber selten über 80 Jahre hinausgehen. Angesichts der durchschnittlichen Lebenserwartung von 78,5 Jahren bei Männern und 83,2 Jahren bei Frauen (Sterbetafel 2022/2024) überschreiten Sie als Mann im Alter von 80 Jahren bereits die durchschnittliche Lebensspanne. Dies stellt für die meisten Kreditgeber in Deutschland ein Ausschlusskriterium dar. Alternativen wie ein Immobilien-Teilverkauf oder eine Leibrente können in diesem Alter sinnvoller sein.

Wie viel Kredit bekommt man als Rentner?

Die Kredithöhe für Rentner hängt von mehreren Faktoren ab: Ihrer monatlichen Nettorente, dem SCHUFA-Score, vorhandenen Sicherheiten und der gewünschten Laufzeit. Als Faustregel gilt: Die monatliche Kreditrate sollte maximal ein Drittel Ihrer Nettorente betragen. Bei einer Durchschnittsrente von ca. 1.100 EUR netto wäre das eine Rate von rund 365 EUR. Ab 75 Jahren begrenzen die meisten Banken die Kreditsumme auf maximal 25.000 EUR. Mit einer schuldenfreien Immobilie als Sicherheit sind bei manchen Anbietern Kredite bis zu 40 % des Immobilienwerts möglich.

Kann ich mit 70 Jahren noch einen Kredit aufnehmen?

Ja, mit 70 Jahren ist eine Kreditaufnahme bei guter Bonität grundsätzlich noch möglich. Allerdings müssen Sie mit Einschränkungen rechnen: Die Kreditbeträge fallen geringer aus (oft maximal 25.000 EUR), die Laufzeiten sind kürzer und die Zinsen können höher sein. Bei der Sparkasse und anderen Filialbanken bekommen Rentner ab 65 durchaus noch Ratenkredite. Ein regelmäßiges Einkommen (Rente) und ein sauberer SCHUFA-Eintrag sind dabei die wichtigsten Voraussetzungen. Für größere Summen oder Immobilienkredite wird es ab 70 jedoch deutlich schwieriger, da die Wohnimmobilienkreditrichtlinie eine Tilgung innerhalb der statistischen Lebenserwartung verlangt.

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