Ein Lombardkredit - häufig auch als Wertpapierkredit bezeichnet - ist ein kurzfristiger Kredit, bei dem Wertpapiere als Sicherheit dienen.
Diese Kreditform hat eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Damals machten Kaufleute aus der italienischen Region Lombardei diese Art der Finanzierung populär, was zur Namensgebung führte.
Bei einem modernen Lombardkredit verpfändet der Kreditnehmer Aktien, Anleihen oder Fonds aus seinem Depot an die Bank. Die Höhe des Kredits orientiert sich am aktuellen Marktwert der Wertpapiere, wobei typischerweise 40-75% des Depotwertes als Privatkredit gewährt werden.
Diese Flexibilität macht den Lombardkredit zu einem interessanten Instrument für Anleger, die kurz- oder mittelfristig Geld leihen möchten, ohne ihre Wertpapierbestände verkaufen zu müssen.
Lombardkredite als Mittel der kurz- und mittelfristigen Finanzierung
Lombardkredite vereinen Elemente von Dispo- bzw. Kontokorrentkrediten und klassischen Privatkrediten. Diese Hybridstruktur bietet bemerkenswerte Flexibilität bei der Rückzahlung. Sie können den Kredit nach Bedarf nutzen und zurückzahlen, wobei Zinsen nur für den tatsächlich genutzten Betrag anfallen.
Allerdings kann diese Flexibilität auch Ungewissheit bezüglich der Kreditlaufzeit mit sich bringen, was die langfristige Finanzplanung deutlich erschweren kann.