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Kontokorrentkredit: Bedeutung, Berechnung & Tipps für Unternehmer

  • Der Kontokorrentkredit bietet Unternehmen eine flexible Kreditlinie auf dem Geschäftskonto - Zinsen fallen dabei nur auf den tatsächlich genutzten Betrag an.
  • Mit typischen Zinssätzen zwischen 8-15% jährlich gehört er zu den teureren Finanzierungsformen.
  • Er eignet sich ideal zur kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen, ist aber keine sinnvolle Option für langfristige Investitionen - hier sind günstigere Alternativen wie der Ratenkredit klar im Vorteil.
Verfasst von Ivan Bevanda

- 25. März 2026

Wir folgen unserer
Geprüft von Sven Wilke

8 Min. Lesezeit | Kredite

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Sie kurzfristige finanzielle Engpässe in Ihrem Unternehmen überbrücken können? Ein Kontokorrentkredit könnte die Lösung sein.

In diesem Beitrag erklären wir, wie ein Kontokorrentkredit funktioniert, für wen er sich wirklich lohnt - und worauf Sie achten sollten, um die oft hohen Zinsen nicht zur Kostenfalle werden zu lassen.

Was ist ein Kontokorrentkredit?

Ein Kontokorrentkredit ist eine flexible Kreditlinie, die Unternehmen und Selbstständigen von ihrer Bank eingeräumt wird. Er ermöglicht es, das Geschäftskonto bis zu einem vereinbarten Limit zu überziehen.

Diese Kreditform ist im § 355 des Handelsgesetzbuches geregelt und dient hauptsächlich der kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen.

Kontokorrentkredit Dispo Unterschied

Obwohl die Funktionsweise ähnlich ist, gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Kontokorrentkredit und Dispositionskredit. Während der Dispo für Privatpersonen gedacht ist, richtet sich der Kontokorrentkredit üblicherweise an Unternehmer und Selbstständige.

Bei Privatpersonen orientiert sich die Höhe des Dispos meist am zwei- bis dreifachen des monatlichen Nettoeinkommens. Für Geschäftskunden wird hingegen eine individuell angepasste, oft höhere Kreditlinie festgelegt. Diese basiert auf der finanziellen Situation sowie dem Umsatz des Unternehmens.

Grundlegende Merkmale des Kontokorrentkredits im Überblick

Um die Funktionsweise eines Kontokorrentkredits besser zu verstehen, werfen wir einen Blick auf seine wichtigsten Merkmale:

Merkmal 1: Zinssatz

Der Zinssatz für einen Kontokorrentkredit liegt typischerweise zwischen 8-15% jährlich. Im Vergleich zu herkömmlichen Ratenkrediten ist dies deutlich höher und sollte bei der Finanzierungsentscheidung berücksichtigt werden. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Zinsen werden täglich berechnet und fallen nur an, wenn Sie den gewährten Kreditrahmen tatsächlich nutzen. Die Belastung des Kontos erfolgt in der Regel monatlich.

Merkmal 2: Kreditbetrag

Die Höhe des Kontokorrentkredits richtet sich nach den üblichen Kontoschwankungen und der finanziellen Situation Ihres Unternehmens.

Ein Beispiel: Wenn Ihr Kontostand üblicherweise zwischen +40.000 € und -25.000 € schwankt, könnte ein Kontokorrentkredit von 65.000 € angemessen sein. Bei steigenden Umsätzen kann die Kreditlinie oft in Absprache mit der Bank angepasst werden.

Merkmal 3: Laufzeit

Anders als bei klassischen Privatkrediten gibt es beim Kontokorrentkredit keine feste Laufzeit. Sie können ihn je nach Bedarf nutzen. Eine schnelle Rückzahlung soll dabei immer priorisiert werden, nicht nur wegen der potenziell hohen Kosten, sondern auch weil eine dauerhafte Überziehung Ihren SCHUFA-Score negativ beeinflussen kann.

Merkmal 4: Kreditsicherheiten

Je nach Bonität können Kreditinstitute Sicherheiten für einen Kontokorrentkredit verlangen. Als Sicherheiten kommen beispielsweise Maschinen, Warenlager, Forderungen oder sogar private Vermögenswerte in Frage. Die Art und der Umfang der Sicherheiten hängen von der individuellen Situation des Unternehmens ab.

Wichtig zu beachten:

Ein Kontokorrentkredit kann ein wertvolles Instrument zur kurzfristigen Finanzierung sein, birgt aber auch Risiken.

Unternehmer sollten die Kosten sorgfältig kalkulieren und den Kredit nur für vorübergehende Liquiditätsengpässe nutzen. Für langfristige Investitionen sind andere Kreditformen oft besser geeignet.

Wie funktioniert ein Kontokorrentkredit?

Der Kontokorrentkredit funktioniert im Prinzip wie ein finanzielles Sicherheitsnetz für Ihr Geschäftskonto. Sobald die Bank den Kreditrahmen bewilligt hat, können Sie diesen jederzeit nutzen, ohne erneut einen Antrag stellen zu müssen.

Das Besondere: Sie zahlen nur dann Zinsen, wenn Sie den Kredit tatsächlich in Anspruch nehmen. Liegt Ihr Kontostand im Plus, fallen keine Kosten an. Erst wenn das Konto ins Minus rutscht, beginnt die Zinsberechnung auf den genutzten Betrag.

So schließen Sie einen Kontokorrentkredit ab

Der Prozess eines Kontokorrentkredits lässt sich in vier einfache Schritte unterteilen:

Kontokorrentkredit beantragen

Zunächst stellen Sie einen Antrag bei Ihrem Kontoanbieter. Dabei müssen Sie in der Regel Informationen über Ihr Unternehmen, Ihre finanzielle Situation und den gewünschten Kreditrahmen bereitstellen.

Für Selbstständige und kleine Unternehmen ist es oft hilfreich, einen detaillierten Businessplan vorzulegen, um die Erfolgschancen des Antrags zu erhöhen.

Prüfung durch den Kreditgeber

Der Kreditgeber führt eine Bonitätsprüfung durch und die wirtschaftliche Lage Ihres Unternehmens wird sorgfältig unter die Lupe genommen. Basierend auf dieser Analyse entscheidet die Bank über die Höhe des Kreditrahmens, während die Konditionen in meisten Fällen für alle Nutzer dieselben sind.

Nutzung des Kontokorrentkredits

Nach der Genehmigung können Sie den Kredit flexibel nutzen. Sie überziehen einfach Ihr Geschäftskonto bis zur vereinbarten Grenze, ohne jedes Mal einen neuen Antrag stellen zu müssen. Diese Flexibilität macht den Kontokorrentkredit besonders attraktiv für Unternehmen mit saisonalen Schwankungen oder unregelmäßigen Zahlungseingängen.

Rückzahlung des Kontokorrentkredits

Die Rückzahlung erfolgt automatisch, sobald Geld auf Ihr Konto eingeht. Falls keine regelmäßigen Einkünfte vorhanden sind, sollten Sie alternative Strategien in Betracht ziehen. Eine Möglichkeit wäre, wenn machbar, Geld von Ihrem privaten Girokonto zu überweisen.

Financer-Tipp:

Unternehmer haben die Möglichkeit, persönliche Finanzmittel in ihr Geschäft einzubringen. Dies kann durch elektronische Transfers oder Bargeldeinzahlungen auf das Firmenkonto erfolgen.

Solche Einlagen dienen dazu, laufende Kosten zu begleichen oder die finanzielle Basis des Unternehmens zu verbessern.

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So können Sie Ihren Kontokorrentkredit berechnen

Um die Kosten eines Kontokorrentkredits transparent zu machen, ist es wichtig, die Zinsberechnung zu verstehen.

Kontokorrentkredit Formel:

Die Berechnung mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, lässt sich aber mit einer einfachen Formel bewältigen:

Zinsbetrag = (Überziehungsbetrag * Zinssatz * Tage) / (360 * 100)

Beispielsrechnung für einen Kontokorrentkredit

Betrachten wir ein konkretes Beispiel: Frau M. ist Inhaberin eines kleinen Onlineshops. Kurz vor einer wichtigen Messe muss sie dringend neue Ware einkaufen, die 5.000 Euro kostet. Auf ihrem Geschäftskonto befinden sich jedoch nur 2.000 Euro. Die Einnahmen aus dem letzten Großauftrag werden erst in 25 Tagen erwartet.

Um die Ware rechtzeitig zu erhalten, entscheidet sich Frau M., den Kontokorrentkredit ihrer Bank zu nutzen. Sie überzieht ihr Konto um 3.000 Euro für einen Zeitraum von 25 Tagen. Der Zinssatz für den Kontokorrentkredit beträgt 11% jährlich.

Dabei würden folgende Kosten entstehen:

  • Gesamtzinsen: (3.000 x 11 x 25) / (360 x 100) = 22,92 Euro

  • Täglicher Zins: 22,92 Euro / 25 Tage = 0,92 Euro pro Tag

Zusätzliche Kosten: Bereitstellungsprovision und Überziehungszinsen

Neben dem eigentlichen Zinssatz können beim Kontokorrentkredit weitere Kosten anfallen, die Unternehmer kennen sollten.

Bereitstellungsprovision

Viele Banken berechnen eine Bereitstellungsprovision auf den nicht genutzten Teil des Kreditrahmens. Diese liegt in der Regel bei 0,25-0,50% pro Quartal. Die Logik dahinter: Die Bank muss das Kapital vorhalten, auch wenn Sie es gerade nicht nutzen.

Ein Rechenbeispiel: Bei einem Kreditrahmen von 50.000 Euro und einer Inanspruchnahme von 20.000 Euro fällt die Bereitstellungsprovision auf die ungenutzten 30.000 Euro an. Bei 0,25% pro Quartal wären das 75 Euro alle drei Monate.

Überziehungszinsen

Wird der vereinbarte Kreditrahmen überschritten, fallen zusätzlich Überziehungszinsen an. Diese liegen oft 3-6Prozentpunkte über dem regulären Kontokorrentzins. Eine Überziehung über das Limit hinaus sollte daher unbedingt vermieden werden.

Skonto-Vorteil als Gegenrechnung

Trotz der hohen Zinsen kann sich ein Kontokorrentkredit lohnen, wenn Sie damit Skonto bei Lieferanten nutzen. Typische Skonto-Konditionen von 2% bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen entsprechen auf ein Jahr gerechnet rund 36% Ersparnis. Das übersteigt die Kosten des Kontokorrentkredits deutlich.

Wann ist ein Kontokorrentkredit sinnvoll?

Ein Kontokorrentkredit kann in verschiedenen geschäftlichen Situationen eine sinnvolle Finanzierungsoption darstellen. Zunächst einmal ist es oft klug, einen solchen Kredit vorsorglich zu vereinbaren. Er dient dann als finanzielles Sicherheitsnetz, um auf unerwartete Engpässe schnell reagieren zu können.

Es gibt jedoch typische Szenarien, in denen dieser Kredittyp besonders nützlich sein kann:

  • Betriebsmittelfinanzierung: Der häufigste Einsatzzweck ist die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs. Hier hilft der Kredit, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

  • Saisonale Schwankungen: Unternehmen mit starken saisonalen Umsatzschwankungen können den Kredit nutzen, um Durststrecken zu überwinden.

  • Zwischenfinanzierung: Er kann als Überbrückung dienen, wenn ein langfristiger Bankkredit bereits zugesagt, aber noch nicht ausgezahlt wurde.

  • Kurzfristige Liquiditätsengpässe: Bei unerwarteten Ausgaben oder verzögerten Zahlungseingängen bietet der Kontokorrentkredit schnelle Hilfe.

Diese Voraussetzungen müssen Unternehmer erfüllen

Um einen Kontokorrentkredit zu erhalten, müssen Unternehmer bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Bank kann dabei verschiedene Faktoren prüfen:

  • Bonität: Die Kreditwürdigkeit des Unternehmens steht an erster Stelle. Banken prüfen die finanzielle Stabilität und Zuverlässigkeit des Antragstellers gründlich. Dazu gehört in der Regel auch eine SCHUFA-Auskunft, die bei Kreditverhandlungen eine wichtige Rolle spielt. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass die SCHUFA-Prüfung nur ein Teil der umfassenden Bonitätsbewertung ist.

  • Einkommen und Geschäftszahlen: Das regelmäßige Einkommen sowie die allgemeinen Geschäftszahlen sind entscheidend. Sie bestimmen maßgeblich die Höhe des möglichen Kreditrahmens.

  • Kontoschwankungen: Die Bank analysiert die typischen Kontobewegungen, um die angemessene Höhe des Kontokorrentkredits festzulegen.

  • Unternehmensalter: Etablierte Unternehmen haben oft bessere Chancen auf günstige Konditionen als Neugründungen.

  • Branche: Die Branchenzugehörigkeit kann die Kreditentscheidung beeinflussen, da einige Sektoren als risikoreicher gelten als andere.

  • Sicherheiten: Je nach Höhe des Kreditrahmens können zusätzliche Sicherheiten erforderlich sein.

  • Geschäftsplan: Bei Neugründungen oder jungen Unternehmen ist oft ein detaillierter Geschäftsplan notwendig.

Wichtiger Hinweis:

Die Anforderungen können von Bank zu Bank variieren. Es lohnt sich daher, Angebote verschiedener Kreditinstitute zu vergleichen.

Vor- und Nachteile eines Kontokorrentkredits im Überblick

  • Flexibilität: Ein Kontokorrentkredit bietet maximale Anpassungsfähigkeit. Sie können den Kreditrahmen nach Bedarf nutzen und zurückzahlen, ohne feste Raten oder Laufzeiten.

  • Schnelle Verfügbarkeit: Sobald eingerichtet, steht der Kredit sofort zur Verfügung. Dies ermöglicht rasche Reaktionen auf unvorhergesehene finanzielle Engpässe oder Geschäftschancen.

  • Keine Zweckbindung: Anders als bei vielen anderen Kreditformen können Sie frei entscheiden, wofür Sie das Geld verwenden möchten.

  • Kostenersparnis durch Skontonutzung: Mit dem Kontokorrentkredit können Sie Skonto-Angebote von Lieferanten nutzen und so langfristig Kosten sparen.

  • Stärkung der Liquidität Der Kredit fungiert als Liquiditätspuffer und ermöglicht es, kurzfristige finanzielle Engpässe zu meistern.

  • Keine regelmäßigen Tilgungszahlungen: Im Gegensatz zu Ratenkrediten müssen Sie keine festen monatlichen Tilgungsraten leisten.

  • Wettbewerbsvorteil: Mit einem Kontokorrentkredit können Sie schnell auf Marktchancen reagieren. Dies verschafft Ihnen einen Wettbewerbsvorteil, da Sie flexibel Waren einkaufen oder Aufträge annehmen können, auch wenn Ihre aktuellen Mittel knapp sind.

  • Hohe Zinsen: Kontokorrentkredite haben oft überdurchschnittlich hohe Zinssätze, die die Kosten bei längerer Nutzung stark in die Höhe treiben können.

  • Gefahr der Überschuldung: Die einfache Verfügbarkeit kann zu einer übermäßigen Nutzung verleiten und langfristig zu Verschuldungsproblemen führen.

  • Kurzfristige Kündigung möglich: Die Bank kann den Kredit unter bestimmten Umständen kurzfristig kündigen, was zu Liquiditätsengpässen führen kann.

  • Negative Auswirkung auf die Bonität: Eine dauerhafte hohe Ausnutzung des Kreditrahmens kann sich negativ auf Ihre Kreditwürdigkeit auswirken.

  • Psychologische Falle: Der ständig verfügbare Kreditrahmen kann zu einem sorglosen Umgang mit Finanzen verleiten.

Unterschied Kontokorrentkredit und Darlehen enthüllt

Bei der Wahl der richtigen Finanzierungsform für Ihr Unternehmen ist es wichtig, die Unterschiede zwischen einem Kontokorrentkredit und einem Darlehen zu verstehen. Je nach Ihrer finanziellen Situation könnte ein Firmenkredit die bessere Option sein. Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, sollten Sie die Vor- und Nachteile beider Optionen sorgfältig abwägen.

Hier eine übersichtliche Tabelle, die die Hauptunterschiede aufzeigt:

MerkmalKontokorrentkreditDarlehen
Nutzungszweck:Überbrückung kurzfristiger EngpässeFinanzierung langfristiger Projekte
Auszahlungsart:Revolvierende KreditlinieEinmalige Auszahlung
Kostenstruktur:Zinsen nur auf genutzten BetragFeste Raten (Zins + Tilgung)
Flexibilität:Hoch (jederzeit nutzbar)Gering (fester Tilgungsplan)
Planbarkeit:Niedrig (variable Kosten)Hoch (feste monatliche Belastung)
Typische Laufzeit:Unbefristet (jährliche Prüfung)Fest (z.B. 2 bis 10 Jahre)
Eignung für:BetriebsmittelfinanzierungInvestitionen, Anlagegüter
Anforderungen:ModeratStrenger

Um zu verdeutlichen, wie stark sich die Kosten zwischen beiden Kreditformen unterscheiden können, zeigt der folgende Vergleich zwischen einem Kontokorrentkredit und einem Ratenkredit, wie viel Sie je nach Wahl wirklich zahlen:

MerkmaleKontokorrentkreditRatenkredit
Betrag20.000 €20.000 €
Eff. Jahreszins11%6,89%
Laufzeit24 Monate24 Monate
Gesamtkosten4.400 €1.433 €

Diese Geschäftskonten bieten einen Kontokorrentkredit

Heutzutage bieten die meisten Geschäftskonten die Möglichkeit eines Kontokorrentkredits an. Wenn Sie auf der Suche nach einem flexiblen Finanzierungsinstrument für Ihr Unternehmen sind, gibt es zahlreiche Anbieter, die Ihnen diese Option zur Verfügung stellen.

Viele Banken bieten mittlerweile kostenlose Geschäftskonten an, die auch einen Kontokorrentkredit beinhalten. Zwei von Financer.de empfohlene Geschäftskonten sind:

  • Kontist: Kontist bietet ein spezielles Geschäftskonto für Selbständige und Freiberufler mit automatischer Steuerberechnung in Echtzeit. Das digitale Banking-Angebot umfasst intelligente Rücklagenbildung für Steuern sowie eine nahtlose Integration mit Buchhaltungssoftware.

  • N26 Business: N26 Business ist ein kostenloses digitales Geschäftskonto mit 0,1% Cashback auf alle Einkäufe und gebührenfreien Zahlungen weltweit. Die Plattform bietet übersichtliche Ausgabenkategorisierung sowie 4 Kontomodelle für unterschiedliche Unternehmensgrößen sowie Bedürfnisse.

Bei der Wahl eines Geschäftskontos mit Kontokorrentkredit sollten Sie neben den Zinssätzen auch auf zusätzliche Features achten, die Ihr Finanzmanagement erleichtern können.Viele moderne Anbieter bieten mittlerweile integrierte Tools für Buchhaltung, Rechnungsstellung und Liquiditätsplanung, die Ihnen helfen, Ihre Finanzen effizienter zu verwalten.

Fazit: Kontokorrentkredit - flexibles Werkzeug mit Tücken

Der Kontokorrentkredit ist für Unternehmen ein wertvolles Instrument, um kurzfristige Liquiditätsengpässe schnell und unkompliziert zu überbrücken - ohne aufwendige Antragsverfahren oder feste Tilgungspläne.

Seine Stärke liegt in der Flexibilität, sein größtes Risiko jedoch in den vergleichsweise hohen Zinsen, die bei dauerhafter Nutzung schnell zur Kostenfalle werden können. Für langfristige Investitionen oder größere Finanzierungsvorhaben sind günstigere Alternativen wie ein klassicher Firmenkredit in den meisten Fällen die deutlich sinnvollere Wahl.

Unser Tipp: Nutzen Sie den Kontokorrentkredit ausschließlich als kurzfristiges Sicherheitsnetz - und behalten Sie die Auslastung des Kreditrahmens stets im Blick, denn eine dauerhafte Überziehung belastet nicht nur Ihre Liquidität, sondern kann auch Ihre Bonität langfristig verschlechtern.

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Häufig gestellte Fragen zum Kontokorrentkredit

Warum fallen die Zinsen beim Kontokorrentkredit so hoch aus?

Die hohen Zinsen beim Kontokorrentkredit sind hauptsächlich der Unvorhersehbarkeit seiner Nutzung geschuldet. Kreditinstitute können nicht genau planen, wann und in welchem Umfang Kunden den Kredit in Anspruch nehmen, was zu einem höheren Risiko und Verwaltungsaufwand führt.

Sollte man einen Kontokorrentkredit kurzfristig oder langfristig nutzen?

Ein Kontokorrentkredit ist primär für die kurzfristige Nutzung konzipiert und sollte idealerweise nur zur Überbrückung temporärer Liquiditätsengpässe eingesetzt werden. Aufgrund der vergleichsweise hohen Zinssätze kann eine langfristige Nutzung schnell kostspielig werden. Für längerfristige Finanzierungsbedarfe sollten alternative Kreditformen wie Ratenkredite oder spezielle Firmenkredite in Betracht gezogen werden.

Welche Alternativen gibt es zum Kontokorrentkredit?

Wenn Sie Alternativen zum Kontokorrentkredit suchen, gibt es einige flexible Optionen. Eine davon ist Factoring, bei dem Sie offene Forderungen verkaufen und sofort Liquidität erhalten. Das ist ideal für Unternehmen mit langen Zahlungszielen. Weitere Möglichkeiten sind ein klassischer Firmenkredit mit niedrigeren Zinsen, Lieferantenkredite oder auch Leasing für Anschaffungen.

Kann die Bank den gewährten Kontokorrentkredit kündigen?

Ja, die Bank kann den gewährten Kontokorrentkredit kündigen. Dies geschieht in der Regel, wenn sich die finanzielle Situation des Unternehmens deutlich verschlechtert oder vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten werden. Jedoch ist die Bank dabei oft verpflichtet, eine angemessene Kündigungsfrist einzuhalten, um dem Unternehmen Zeit für alternative Finanzierungslösungen zu geben.

Was ist der Unterschied zwischen Dispo und Kontokorrentkredit?

Der Dispokredit (Dispositionskredit) richtet sich an Privatpersonen und wird auf dem privaten Girokonto eingeräumt. Die Höhe orientiert sich meist am zwei- bis dreifachen des monatlichen Nettoeinkommens. Der Kontokorrentkredit hingegen ist für Unternehmer und Selbstständige auf dem Geschäftskonto vorgesehen. Hier wird die Kreditlinie individuell anhand der Geschäftszahlen und Bonität festgelegt und fällt in der Regel höher aus.

Wie rechnet man den Kontokorrentkredit aus?

Die Berechnung erfolgt mit der Formel: Zinsbetrag = (Überziehungsbetrag x Zinssatz x Tage) / (360 x 100). Dabei wird mit 360 Tagen pro Jahr gerechnet (kaufmännische Zinsmethode). Beispiel: Bei 3.000 Euro Überziehung, 11% Zinssatz und 25 Tagen Nutzung ergibt sich: (3.000 x 11 x 25) / (360 x 100) = 22,92 Euro Zinsen.

Quellenverzeichnis:

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