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Filialbank oder Direktbank: Was ist besser in 2026?

Direktbanken locken mit kostenlosen Girokonten, Filialbanken mit persönlicher Beratung. Wir zeigen, welches Modell zu Ihrer Situation passt.

Verfasst von Sven Wilke

- 17. März 2026

Wir folgen unserer
Geprüft von Ivan Bevanda

5 Min. Lesezeit | Kredite

Die Entscheidung zwischen Filialbank und Direktbank betrifft Millionen Deutsche. Während Filialbanken wie Sparkasse, Commerzbank oder Deutsche Bank auf persönliche Beratung in der Filiale setzen, bieten Direktbanken wie ING, DKB oder C24 ihre Dienste ausschließlich online an.

Beide Modelle haben klare Stärken. Welches zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie Sie Bankgeschäfte erledigen und worauf Sie Wert legen: günstige Konditionen oder persönlichen Kontakt.

Was ist eine Direktbank?

Eine Direktbank ist ein Kreditinstitut ohne eigenes Filialnetz. Alle Bankgeschäfte laufen über Online-Banking, Apps oder Telefon. Bekannte Direktbanken in Deutschland sind die ING (mit über 10 Millionen Kunden Deutschlands größte Direktbank), die DKB, comdirect und die C24 Bank.

Durch den Verzicht auf Filialen sparen Direktbanken erhebliche Kosten für Miete, Personal und Infrastruktur. Diese Einsparungen geben sie in Form von besseren Konditionen an ihre Kunden weiter.

Seit den 2000er Jahren ist die Zahl der Direktbank-Kunden in Deutschland stark gewachsen. Allerdings hat sich das Wachstum zuletzt verlangsamt: Die ING gewann 2025 nur noch 200.000 neue Kunden, nach 570.000 im Vorjahr.

Neben den klassischen Direktbanken gibt es mittlerweile auch sogenannte Neobanken wie N26 oder Revolut. Diese setzen noch stärker auf mobile Apps und bieten oft ein schlankeres Produktsortiment als traditionelle Direktbanken.

Was ist eine Filialbank?

Eine Filialbank unterhält ein Netz von Geschäftsstellen, in denen Kunden vor Ort beraten werden. In Deutschland gehören Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Großbanken wie die Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank zu den bekanntesten Filialbanken.

Filialbanken kombinieren den persönlichen Service vor Ort mit digitalen Angeboten. Die meisten bieten inzwischen auch Online-Banking und mobile Apps an, allerdings mit weniger Funktionsumfang als reine Direktbanken.

Die Zahl der Bankfilialen in Deutschland geht seit Jahren zurück. Trotzdem bleibt die persönliche Beratung für viele Kunden ein entscheidendes Argument, besonders bei komplexen Themen wie Baufinanzierung, Vermögensanlage oder Nachlassplanung.

Vorteile und Nachteile von Direktbanken

Direktbanken punkten vor allem bei den Kosten. Viele bieten kostenlose Girokonten ohne Kontoführungsgebühren, während Filialbanken typischerweise zwischen 3 und 10 Euro pro Monat verlangen.

Auch bei Krediten und Sparanlagen sind die Konditionen oft besser. Da Direktbanken im harten Wettbewerb zueinander stehen, drückt die Konkurrenz die Preise nach unten.

Die Flexibilität ist ein weiterer Pluspunkt: Bankgeschäfte können rund um die Uhr erledigt werden, Kontoeröffnungen laufen per VideoIdent in wenigen Minuten. Einige Direktbanken wie die DKB bieten zudem weltweit kostenlose Bargeldabhebungen mit der Visa-Debitkarte.

Vorteile einer Direktbank

  • Keine oder geringe Kontoführungsgebühren

  • Bessere Zinsen auf Sparanlagen und günstigere Kreditzinsen

  • 24/7 verfügbar per Online-Banking und App

  • Schnelle Kontoeröffnung per VideoIdent

  • Oft kostenlose Kreditkarten oder Debitkarten

  • Weltweite Bargeldabhebungen häufig kostenlos

Nachteile einer Direktbank

  • Kein persönlicher Berater vor Ort

  • Bargeld einzahlen ist umständlicher (oft nur über Partnerbanken oder Einzelhandel)

  • Support nur per Telefon, E-Mail oder Chat

  • Weniger geeignet für komplexe Beratungsthemen wie Baufinanzierung

Vorteile und Nachteile von Filialbanken

Filialbanken bieten, was viele Kunden bei einer reinen Online-Bank vermissen: einen persönlichen Ansprechpartner, der Ihre finanzielle Situation kennt. Bei komplexen Finanzprodukten wie einer Baufinanzierung oder der Nachlassplanung kann ein Gespräch vor Ort mehr Sicherheit geben als ein Online-Formular.

Auch Bargeldverkehr ist bei Filialbanken unkompliziert. Sie können am Schalter Geld einzahlen, größere Beträge abheben und Schecks einreichen. Allerdings sind die Konditionen in der Regel schlechter als bei Direktbanken, da die Kosten für Filialen und Personal auf die Kunden umgelegt werden.

Vorteile einer Filialbank

  • Persönliche Beratung in der Filiale

  • Einfache Bareinzahlungen und Bargeldverkehr am Schalter

  • Online- und Offline-Banking verfügbar

  • Vertrauensvorsprung durch lokale Präsenz

  • Besser geeignet für komplexe Finanzprodukte

Nachteile einer Filialbank

  • Höhere Kontoführungsgebühren (oft 3 bis 10 Euro pro Monat, teils bis 20 Euro)

  • Schlechtere Zinsen auf Sparanlagen

  • Bankgeschäfte nur während der Öffnungszeiten möglich

  • Weniger innovative digitale Angebote

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Filialbank vs. Direktbank: Der Vergleich auf einen Blick

Welche Unterschiede zwischen Filialbank und Direktbank sind in der Praxis am wichtigsten? Die folgende Übersicht fasst die zentralen Punkte zusammen.

KriteriumFilialbankDirektbank
Kontoführung3 bis 20 Euro/MonatOft kostenlos
BeratungPersönlich vor OrtTelefon, Chat, E-Mail
ErreichbarkeitWährend Öffnungszeiten24/7 online
Bargeld einzahlenAm SchalterEingeschränkt (Partner/Einzelhandel)
KreditzinsenTendenziell höherTendenziell niedriger
SparzinsenNiedrig bis keineMeist attraktiver
KreditkarteOft kostenpflichtigHäufig kostenlos
EinlagensicherungBis 100.000 EuroBis 100.000 Euro

Gleiche Sicherheit bei beiden Banktypen

Sowohl Filialbanken als auch Direktbanken unterliegen der Aufsicht durch die BaFin und die Europäische Zentralbank. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Ihr Guthaben bei beiden Banktypen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Es gibt keinen Unterschied in der Sicherheit.

Was kostet ein Girokonto bei Filialbank und Direktbank?

Die Kontoführungsgebühren sind einer der größten Unterschiede zwischen Filialbank und Direktbank.

Bei Filialbanken zahlen Sie in der Regel zwischen 3 und 10 Euro monatlich für ein Girokonto. Einige Banken verlangen sogar bis zu 20 Euro pro Monat. Dazu kommen oft Gebühren für Überweisungen, Kreditkarten oder Kontoauszüge.

Direktbanken bieten ihre Girokonten häufig kostenlos an. Achten Sie allerdings auf die Bedingungen: Banken wie die ING und DKB verlangen einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro, damit das Konto gebührenfrei bleibt. Jüngere Kunden unter 28 Jahren sind bei der DKB generell befreit.

Neobanken gehen noch einen Schritt weiter: Die C24 Bank zahlt sogar 0,50 % Zinsen auf das Girokontoguthaben bis 50.000 Euro, und das ohne monatlichen Geldeingang für das Smart-Konto.

Bei vermeintlich kostenlosen Konten lohnt sich ein genauer Blick. Nicht jedes Girokonto ohne Grundgebühr ist wirklich kostenlos. Zusatzkosten für Bargeldabhebungen, Fremdwährungstransaktionen oder bestimmte Kartenmodelle können sich summieren.

Für wen eignet sich welches Bankmodell?

Die Wahl zwischen Filialbank und Direktbank hängt von Ihren persönlichen Gewohnheiten ab.

Eine Direktbank passt zu Ihnen, wenn Sie:

  • Ihre Bankgeschäfte ohnehin online oder per App erledigen
  • Wert auf günstige Konditionen legen
  • Selten oder nie Bargeld einzahlen müssen
  • Mit digitalem Kundenservice per Telefon oder Chat gut zurechtkommen

Eine Filialbank passt zu Ihnen, wenn Sie:

  • Persönliche Beratung bei finanziellen Entscheidungen schätzen
  • Regelmäßig Bargeld einzahlen oder am Schalter abheben
  • Komplexe Finanzprodukte wie eine Baufinanzierung planen
  • Sich mit reinem Online-Banking unwohl fühlen

Übrigens schließen sich beide Modelle nicht aus. Viele Deutsche nutzen parallel ein kostenloses Girokonto bei einer Direktbank und behalten ihr Konto bei der Filialbank für bestimmte Bankgeschäfte.

SCHUFA-Tipp für den Kontowechsel

Wenn Sie Konten bei verschiedenen Banken vergleichen, achten Sie darauf, dass die Bank eine Konditionsanfrage (statt einer Kreditanfrage) bei der SCHUFA stellt. Eine Konditionsanfrage hat keinen Einfluss auf Ihren SCHUFA-Score, während mehrere Kreditanfragen Ihre Bonität negativ beeinflussen können.

Bekannte Direktbanken und Filialbanken in Deutschland

Bekannte Direktbanken:

  • ING (über 10 Mio. Kunden, Deutschlands größte Direktbank)
  • DKB (Deutsche Kreditbank, bekannt für kostenlose Bargeldabhebungen)
  • comdirect (gehört zur Commerzbank, breites Wertpapierangebot)
  • C24 Bank (Neobank mit Zinsen auf dem Girokonto)
  • N26 (mobile Neobank mit BaFin-Lizenz)
  • Consorsbank (Fokus auf Wertpapiere und Trading)

Bekannte Filialbanken:

  • Sparkassen (rund 400 Institute, dichtes Filialnetz)
  • Volks- und Raiffeisenbanken (genossenschaftlich organisiert)
  • Deutsche Bank (größte Privatbank Deutschlands)
  • Commerzbank (bundesweites Filialnetz)
  • Postbank (Teil der Deutschen Bank, viele Filialen in Postämtern)
  • HypoVereinsbank (stark in Süddeutschland)

Fazit: Filialbank oder Direktbank?

Die Frage, ob eine Filialbank oder Direktbank besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Direktbanken bieten die günstigeren Konditionen, Filialbanken den besseren Service vor Ort.

Für die meisten Verbraucher, die ihre Bankgeschäfte sowieso digital erledigen, ist eine Direktbank die wirtschaftlich sinnvollere Wahl. Wer auf persönliche Beratung angewiesen ist oder regelmäßig Bargeld einzahlt, fährt mit einer Filialbank besser.

Vergleichen Sie die besten Girokonten auf Financer, um das passende Angebot für Ihre Bedürfnisse zu finden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Filialbank und einer Direktbank?

Eine Filialbank bietet persönliche Beratung in Geschäftsstellen vor Ort, während eine Direktbank ausschließlich digital arbeitet (per App, Online-Banking oder Telefon). Filialbanken haben höhere Kosten und geben diese als Gebühren an Kunden weiter. Direktbanken sind günstiger, bieten aber keinen persönlichen Ansprechpartner.

Sind Direktbanken genauso sicher wie Filialbanken?

Ja. Beide Banktypen unterliegen der Aufsicht durch die BaFin und sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Es gibt keinen Unterschied in der Sicherheit Ihrer Einlagen.

Kann ich bei einer Direktbank Bargeld einzahlen?

Ja, allerdings ist es umständlicher als bei einer Filialbank. Viele Direktbanken bieten Bargeld-Einzahlungen über Partnerbanken, den Einzelhandel (z.B. Rewe, Penny) oder spezielle Automaten an. Je nach Bank können dabei Gebühren anfallen.

Was sind die Nachteile einer Filialbank?

Die größten Nachteile sind höhere Gebühren (Kontoführung oft 3 bis 20 Euro monatlich), schlechtere Zinsen auf Sparanlagen und eingeschränkte Erreichbarkeit außerhalb der Öffnungszeiten. Zudem sind die digitalen Angebote vieler Filialbanken weniger innovativ als bei Direktbanken.

Welche ist die beste Direktbank in Deutschland?

Das hängt von Ihren Bedürfnissen ab. Die ING ist mit über 10 Millionen Kunden die größte Direktbank. Die DKB bietet weltweit kostenlose Bargeldabhebungen. Die C24 Bank zahlt Zinsen auf das Girokontoguthaben. Vergleichen Sie die Konditionen auf Financer, um das passende Angebot zu finden.

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