Wo kann ich Aktien kaufen? Broker, Banken und Apps

Verfasst von Ivan Bevanda

- 10. Juli 2026

Wir folgen unserer
Geprüft von Sven Wilke
Schlüsselbegriff
  • Aktien kaufen Sie in Deutschland über ein Wertpapierdepot bei Bank, Direktbank, Online-Broker oder Neobroker.
  • Entscheidend sind nicht nur Ordergebühren, sondern auch Spreads, Handelsplätze, Steuerkomfort und Regulierung.
  • Für Einsteiger ist ein günstiger, regulierter Online-Broker meist der einfachste Startpunkt.

Wo kann ich Aktien kaufen? Die kurze Antwort

Wenn Sie sich fragen: Wo kann ich Aktien kaufen?, lautet die praktische Antwort: über ein Wertpapierdepot bei einer Bank, Direktbank, einem Online-Broker oder einem Neobroker. Die Aktie selbst kaufen Sie nicht direkt beim Unternehmen, sondern Ihr Broker leitet Ihre Order an einen Handelsplatz weiter, zum Beispiel Xetra, Börse Frankfurt, gettex oder Tradegate.

Für die meisten Privatanleger in Deutschland ist ein günstiges Online-Depot der einfachste Einstieg. Dort suchen Sie die Aktie über Name, WKN oder ISIN, wählen Handelsplatz und Stückzahl aus und geben die Order frei. Wenn Sie noch unsicher sind, ob Einzelaktien überhaupt zu Ihnen passen, hilft auch unser Vergleich Aktien oder ETF als erste Einordnung.

Diese Seite beantwortet bewusst das Wo: Welche Anbieterarten gibt es, worin unterscheiden sie sich und worauf sollten Sie achten, bevor Sie ein Depot eröffnen? Die genaue Kaufanleitung finden Sie ergänzend in unserem Guide Aktien kaufen.

AnlaufstelleTypisch geeignet fürWorauf Sie achten sollten
NeobrokerEinsteiger, kleine Orders, App-NutzungHandelsplätze, Spreads, Produktangebot, PFOF-Änderungen
Online-Broker oder DirektbankBreitere Auswahl, Sparpläne, Wertpapiere aus vielen MärktenOrdergebühren, Depotkosten, Service, Steuerunterlagen
Filialbank oder SparkasseAnleger mit BeratungsbedarfMeist höhere Gebühren, Beratung kann produktbezogen sein
Ausländischer BrokerErfahrene Anleger mit SpezialbedarfSteuern, Einlagensicherung, Sprache, Regulierung, Übertragbarkeit

Wo kann man Aktien kaufen? Vier echte Möglichkeiten

Die Frage wo kann man Aktien kaufen klingt simpel, aber die Wahl des Anbieters prägt Ihre Kosten und Ihren Alltag als Anleger.

1. Neobroker: Neobroker sind App-Broker mit schlankem Angebot und niedrigen sichtbaren Orderkosten. Sie eignen sich, wenn Sie einfache Aktien, ETFs oder Sparpläne kaufen möchten und keine Beratung brauchen. Der Haken liegt im Detail: Manche Neobroker bieten nur wenige Handelsplätze an. Das kann sich auf Ausführungskurse und Spreads auswirken.

2. Direktbanken und klassische Online-Broker: Direktbanken bieten oft ein breiteres Wertpapierangebot, mehr Ordertypen und bessere Auswertungen. Sie sind weniger verspielt als reine Trading-Apps, dafür meist robuster, wenn Sie langfristig ein größeres Depot aufbauen möchten. Auch viele Brokerseiten wie comdirect verbinden Bankkonto, Depot und Steuerunterlagen an einem Ort.

3. Filialbanken: Filialbanken sind bequem, wenn Sie persönliche Beratung wollen oder bereits Kunde sind. Für reine Selbstentscheider sind sie häufig teurer. Prüfen Sie deshalb Depotgebühren, Ausgabeaufschläge, Orderprovisionen und fremde Spesen genau. Ein nettes Beratungsgespräch kann über Jahre mehrere Hundert Euro kosten, wenn die Depotstruktur teuer ist.

4. Ausländische Broker: Ausländische Anbieter können Spezialmärkte oder sehr niedrige Gebühren bieten. Sie verlangen aber mehr Eigenarbeit. Steuerbescheinigungen, Währungsumrechnung, Quellensteuer und deutschsprachiger Support sind nicht immer so komfortabel wie bei einem deutschen Institut.

Das brauchen Sie vor dem ersten Aktienkauf

  • Ein Wertpapierdepot: Dort werden Aktien, ETFs und andere Wertpapiere verwahrt.

  • Ein Verrechnungskonto: Von dort wird der Kaufbetrag abgebucht, Dividenden fließen dorthin zurück.

  • Identitätsprüfung: In Deutschland läuft die Depoteröffnung meist per VideoIdent, eID oder PostIdent.

  • Steuer-ID: Der Broker braucht Ihre steuerliche Identifikationsnummer für Kapitalerträge.

  • Freistellungsauftrag: Damit nutzen Sie den Sparer-Pauschbetrag direkt beim Broker.

  • Eine klare Ordergröße: Kaufen Sie nicht nur, weil die App gerade blinkt. Einzelaktien brauchen Recherche und Risikobewusstsein.

Wie kann man Aktien kaufen? Der Ablauf in der Praxis

Wenn Sie wissen, wo Sie kaufen möchten, ist der technische Ablauf überschaubar. Die eigentliche Arbeit liegt in der Auswahl des passenden Depots und der Aktie.

Depot auswählen

Vergleichen Sie Anbieter nach Depotgebühr, Orderkosten, Handelsplätzen, Sparplänen, App, Service und Steuerunterlagen. Ein günstiger Broker ist gut, aber nur, wenn er die Wertpapiere und Handelsplätze bietet, die Sie brauchen.

Depot eröffnen und Geld einzahlen

Nach der Identitätsprüfung überweisen Sie Geld auf das Verrechnungskonto. Planen Sie je nach Anbieter wenige Minuten bis einige Bankarbeitstage ein.

Aktie über ISIN, WKN oder Namen suchen

Nutzen Sie am besten die ISIN, damit Sie wirklich das richtige Wertpapier auswählen. Viele Unternehmen haben mehrere Aktiengattungen oder Notierungen an verschiedenen Börsen.

Handelsplatz und Orderart prüfen

Bei liquiden deutschen und internationalen Standardwerten ist Xetra während der Haupthandelszeit oft eine solide Referenz. Bei App-Brokern sehen Sie häufig nur ausgewählte Handelsplätze. Nutzen Sie Limit-Orders, wenn Sie einen Höchstpreis festlegen möchten.

Order kontrollieren und freigeben

Prüfen Sie Stückzahl, geschätzten Gesamtbetrag, Gebühren, Handelsplatz und Limit. Nach Ausführung erscheint die Aktie im Depot. Bewahren Sie Abrechnungen auf, auch wenn der Broker Steuerdaten automatisch bereitstellt.

Wichtig: Null-Euro-Order heißt nicht kostenlos

Bei Neobrokern können Kosten im Spread, in Fremdkosten, in Währungsumrechnungen oder in der Auswahl des Handelsplatzes stecken. Die Verbraucherzentralen weisen außerdem darauf hin, dass Provisionen für Orderweiterleitung ab dem 30. Juni 2026 in der EU nicht mehr wie bisher gezahlt werden dürfen. Achten Sie deshalb auf die neue Preisstruktur Ihres Brokers, nicht nur auf die alte Werbeaussage.

Neobroker, Online-Broker oder Bank: Was passt zu wem?

Neobroker passen, wenn Sie wenige, liquide Wertpapiere handeln, Sparpläne nutzen und eine einfache App wollen. Sie sind oft gut für den Einstieg, solange Sie die Grenzen kennen: weniger Handelsplätze, teils eingeschränktes Produktangebot, mehr App-Anreize zum schnellen Handeln. Anbieter wie Trade Republic haben den Markt stark vereinfacht, aber Einfachheit ersetzt keine Strategie.

Online-Broker und Direktbanken passen, wenn Sie mehr Auswahl wollen. Das kann relevant sein, wenn Sie neben Aktien auch Anleihen, Fonds, ETFs, ausländische Börsen oder verschiedene Ordertypen nutzen möchten. Für viele langfristige Anleger ist das der ausgewogene Mittelweg.

Filialbanken passen, wenn Sie Beratung benötigen oder größere Vermögen strukturiert betreuen lassen möchten. Prüfen Sie hier besonders genau, ob die Beratung wirklich unabhängig ist und welche laufenden Kosten entstehen. Bei langfristigem Vermögensaufbau frisst ein Prozentpunkt Mehrkosten erstaunlich viel Rendite.

Ausländische Broker passen eher zu erfahrenen Anlegern. Wer dort handelt, sollte Steuerfragen, Währungsrisiken und Regulierung selbst verstehen. Für den ersten Aktienkauf in Deutschland ist das selten nötig.

Diese Kriterien entscheiden bei der Brokerwahl

  • Depotführung: Kostenlos ist üblich, aber prüfen Sie Bedingungen und Inaktivitätsgebühren.

  • Orderkosten: Achten Sie auf fixe Gebühren, prozentuale Gebühren, Handelsplatzentgelte und Fremdkosten.

  • Spreads: Kaufen Sie möglichst zu liquiden Handelszeiten. Breite Spreads sind leise Kosten.

  • Handelsplätze: Je mehr Auswahl, desto besser können Sie Preise vergleichen.

  • Produktangebot: Einzelaktien, ETFs, Sparpläne, Anleihen, Fonds und ausländische Aktien sind nicht überall gleich verfügbar.

  • Steuerkomfort: Deutsche Broker führen Kapitalertragsteuer meist automatisch ab und stellen Jahressteuerbescheinigungen bereit.

  • Sicherheit und Regulierung: Prüfen Sie, ob der Anbieter beaufsichtigt ist und wie Kundengelder sowie Wertpapiere verwahrt werden.

Sind Aktien im Depot sicher?

Aktien im Depot sind etwas anderes als Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Wertpapiere wie Aktien und Investmentfondsanteile fallen laut BaFin nicht unter die Einlagensicherung, sie bleiben aber grundsätzlich Eigentum der Kundinnen und Kunden. Geht eine depotführende Bank insolvent, sollen die Wertpapiere nicht einfach Teil der Insolvenzmasse werden.

Anders sieht es bei nicht investiertem Guthaben aus. Geld auf einem Bankkonto oder Verrechnungskonto kann unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen, sofern es sich um ein geschütztes Einlagenkonto bei einem entsprechenden Institut handelt. Bei manchen App-Modellen wird Guthaben oder überschüssige Liquidität anders strukturiert, zum Beispiel über Geldmarktfonds. Lesen Sie deshalb die Unterlagen des Brokers genau.

Betrugsrisiken bleiben davon unberührt. Die BaFin warnt regelmäßig vor unseriösen Anbietern und vorbörslichen Angeboten. Wenn ein Anbieter garantierte Gewinne, Druck am Telefon oder exklusive Geheimtipps verspricht, ist Abstand meist die beste Renditeentscheidung.

Hohe Maklergebühren zehren an Ihren Gewinnen?

Sparen Sie hunderte Euro durch die Wahl des optimalen Wertpapierbrokers – maximieren Sie Ihre Rendite mit unseren geprüften Angeboten.

Jetzt Broker vergleichen!

Steuern: Freistellungsauftrag nicht vergessen

In Deutschland sind Dividenden und realisierte Kursgewinne Kapitalerträge. Bei deutschen Brokern wird die Kapitalertragsteuer in der Regel automatisch einbehalten. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 € für Einzelpersonen und 2.000 € für zusammen veranlagte Ehegatten oder Lebenspartner.

Richten Sie den Freistellungsauftrag direkt nach der Depoteröffnung ein. Dann werden Kapitalerträge bis zur eingetragenen Höhe nicht unnötig besteuert. Wenn Sie mehrere Banken nutzen, müssen Sie den Betrag sinnvoll aufteilen.

Bei Einzelaktien spielt auch die Dividendenstrategie eine Rolle. Wer gezielt Ausschüttungen sucht, sollte vorher verstehen, wie Dividenden funktionieren und dass hohe Dividendenrenditen nicht automatisch sichere Aktien bedeuten.

Wie lange dauert es, bis Sie Aktien kaufen können?

Bei vielen Neobrokern und Direktbanken ist ein Depot innerhalb kurzer Zeit eröffnet, sofern die Identitätsprüfung sofort klappt. Die erste Einzahlung kann trotzdem dauern. Klassische Banküberweisungen benötigen oft einen Bankarbeitstag, Sofortüberweisungen oder interne Umbuchungen können schneller sein.

Nach der Einzahlung lässt sich eine liquide Aktie während der Handelszeiten meist in Sekunden kaufen. Das heißt aber nicht, dass Sie hetzen sollten. Gerade beim ersten Kauf ist eine Limit-Order sinnvoll. So legen Sie fest, welchen Höchstpreis Sie akzeptieren.

Wenn Sie Aktien später zu einem anderen Anbieter übertragen, ist das grundsätzlich möglich. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass ein Depotwechsel in Deutschland grundsätzlich kostenlos ist, auch wenn in Sonderfällen Fremdkosten entstehen können. Praktisch kann ein Übertrag mehrere Wochen dauern, in dieser Zeit sind die übertragenen Wertpapiere oft nicht handelbar.

Häufige Fragen

Wo kann ich Aktien kaufen?

Aktien kaufen Sie über ein Wertpapierdepot bei einer Bank, Direktbank, einem Online-Broker oder Neobroker. Der Anbieter leitet Ihre Order an einen Handelsplatz weiter, an dem die Aktie gehandelt wird.

Aktien kaufen wo: Bank oder Broker?

Für die meisten Selbstentscheider ist ein günstiger Online-Broker oder Neobroker sinnvoller als eine teure Filialbank. Wenn Sie persönliche Beratung brauchen, kann eine Bank trotzdem passen. Entscheidend sind Kosten, Handelsplätze, Service und Steuerkomfort.

Wie kann man Aktien kaufen, wenn man Anfänger ist?

Eröffnen Sie ein Depot, zahlen Sie Geld auf das Verrechnungskonto ein, suchen Sie die Aktie über ISIN oder WKN und geben Sie eine Order auf. Für den ersten Kauf ist eine Limit-Order oft besser als eine unlimitierte Market-Order.

Kann ich Aktien direkt beim Unternehmen kaufen?

In der Praxis kaufen Privatanleger Aktien fast immer über einen Broker oder eine Bank. Direkte Aktienkaufprogramme sind in Deutschland unüblich und für Einsteiger nicht der normale Weg.

Wie viel Geld brauche ich, um Aktien zu kaufen?

Technisch reichen bei manchen Brokern wenige Euro oder sogar Bruchstücke über Sparpläne. Sinnvoll ist aber nur Geld, das Sie langfristig entbehren können. Einzelaktien sollten nicht Ihre einzige Anlage sein, weil das Risiko stark konzentriert ist.

Sind Neobroker sicher?

Neobroker können sicher sein, wenn sie reguliert sind und Kundengelder sowie Wertpapiere sauber verwahren. Prüfen Sie dennoch Handelsplätze, Einlagensicherung, Kostenstruktur und Geschäftsmodell. Besonders wichtig sind Spreads und mögliche Änderungen durch das PFOF-Verbot ab 30. Juni 2026.

Financer Talks

Haben Sie eine Frage zu diesem Thema? Fragen Sie die Community.

Alle ansehen
Mindestens 10 Zeichen

Stellen Sie die erste Frage zu diesem Thema.

Kommentare

Sie werden beim Veröffentlichen aufgefordert, sich anzumelden

Aktienbroker vergleichen

6 Optionen

Geprüfte, regulierte Broker

Broker vergleichen

Aktienbroker vergleichen

6 Optionen

Geprüfte, regulierte Broker

Broker vergleichen
Brauchen Sie Hilfe?