Der häufigste Fehler ist, den Broker nur nach dem günstigsten Werbepreis zu wählen. 0 € Ordergebühr klingt stark. Wenn Sie aber außerhalb liquider Handelszeiten kaufen, ein engeres Produktangebot akzeptieren oder später beim Depotübertrag lange warten, war der Preis nicht die ganze Wahrheit. Ein Depot ist kein Rabattgutschein, sondern die technische Basis Ihrer Geldanlage.
Der zweite Fehler ist zu viel Aktivität. Neobroker machen Kaufen und Verkaufen bewusst einfach. Das ist bequem, kann aber zu spontanen Trades verleiten. Wenn Sie eigentlich langfristig investieren möchten, sollten Sparplan, Diversifikation und niedrige laufende Kosten wichtiger sein als Push-Nachrichten oder kurzfristige Marktbewegungen. Gerade Einsteiger profitieren davon, die App nach der Sparplaneinrichtung nur selten zu öffnen.
Der dritte Fehler ist die Vermischung von Anlage und Spekulation. Ein regulierter App-Broker für ETFs ist etwas anderes als eine Plattform für CFDs, Copy-Trading oder Krypto-nahe Produkte. Bei Trade Republic oder Scalable Capital steht für viele Nutzer der einfache Wertpapierhandel im Vordergrund. Bei eToro, NAGA oder Pepperstone müssen Sie stärker zwischen echten Wertpapieren, CFDs, Krypto-Produkten und Zusatzkosten unterscheiden.
Der vierte Fehler ist ein fehlender Wechselplan. Ein Neobroker kann für die ersten Jahre passen und später zu eng werden. Wenn Ihr Depot wächst, Sie Anleihen kaufen, Auslandsbörsen nutzen oder größere Einzelorders platzieren möchten, kann ein klassischer Broker sinnvoller sein. Gute Brokerwahl bedeutet deshalb nicht, den Anbieter für immer zu finden. Sie bedeutet, den passenden Anbieter für Ihre aktuelle Strategie zu wählen und rechtzeitig neu zu prüfen.
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