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Airbnb vermieten als Investment: Lohnt es sich 2026 immer noch?

  • Kurzzeitvermietung über Airbnb bietet im Vergleich zur klassischen Dauervermietung deutlich höhere Renditechancen - setzt aber die richtige Standortwahl und professionelles Management voraus.
  • In vielen deutschen Großstädten gilt ein Zweckentfremdungsverbot mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu 500.000 €.
  • Ab Mai 2026 verpflichtet eine neue EU-Verordnung alle Kurzzeitvermieter zur Registrierung - ein wichtiger Schritt Richtung mehr Transparenz, der Vermieter frühzeitig zum Handeln auffordert.
Verfasst von Ivan Bevanda

- 26. März 2026

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Geprüft von Sven Wilke

6 Min. Lesezeit | Geldanlage

Wer in Immobilien investieren will, denkt meist an klassische Dauervermietung. Doch die Kurzzeitvermietung über Plattformen wie Airbnb hat sich zu einer ernstzunehmenden Alternative entwickelt. In manchen Lagen können Gastgeber pro Monat das Doppelte oder Dreifache einer regulären Monatsmiete einnehmen. Allerdings hat sich der Markt in den vergangenen Jahren verändert. Strengere Regulierungen, steigende Konkurrenz und neue steuerliche Pflichten machen eine sorgfältige Planung notwendig.

In diesem Artikel erfahren Sie, ob sich ein Airbnb-Investment in Deutschland noch lohnt, welche Regelungen gelten und wie Sie Ihre Rendite berechnen.

Lohnt sich Airbnb vermieten als Investment?

Die Grundidee ist simpel: Sie kaufen eine Immobilie, richten sie ein und vermieten sie über Airbnb an Touristen oder Geschäftsreisende. Statt einer fixen Monatsmiete verdienen Sie pro Übernachtung.

In attraktiven Lagen können Gastgeber laut Branchendaten 40-60% höhere Einnahmen erzielen als mit einer herkömmlichen Dauervermietung. Apartment-Hotels und professionell verwaltete Ferienwohnungen kommen auf Renditen von 6-7%.

Der Haken:

Die goldenen Zeiten unbegrenzter Airbnb-Vermietung sind vorbei. In Großstädten wie Berlin, München und Hamburg brauchen Sie mittlerweile Genehmigungen, und die erlaubten Vermietungstage sind oft auf 90 bis 120 Tage pro Jahr begrenzt. Wer gegen das Zweckentfremdungsverbot verstößt, riskiert Bußgelder bis zu 500.000 €.

Rendite berechnen: Was bleibt wirklich übrig?

Bevor Sie eine Immobilie als Ferienwohnung kaufen, sollten Sie realistisch kalkulieren. Eine Beispielrechnung für eine 50 m2 Wohnung in einer deutschen Großstadt:

Einnahmen pro Jahr:

  1. Pro Nacht: 80 € (durchschnittlich)
  2. Vermietete Nächte: 200 (realistische Auslastung)
  3. Bruttoumsatz: 16.000 €

Laufende Kosten:

  1. Airbnb-Servicegebühr: 480 € (ca. 3 % Host-Gebühr)
  2. Reinigung: 4.000 € (ca. 50 € pro Aufenthalt, 80 Aufenthalte)
  3. Verbrauchskosten, Internet, Ausstattung: 2.400 €
  4. Kommunalsteuer/Bettensteuer: variabel (wo zutreffend)

Nettoeinnahmen: ca. 9.000 bis 10.000 €

Dem stehen die Kosten für Hypothek, Instandhaltung und Versicherung gegenüber. Ob sich das rechnet, hängt stark vom Kaufpreis, dem Zinsniveau und der Lage ab. Als Faustregel gilt: Je niedriger der Kaufpreis pro Quadratmeter und je höher die touristische Nachfrage, desto attraktiver wird die Kurzzeitvermietung.

Wichtig bei der Kalkulation:

Berücksichtigen Sie nicht nur die Einnahmen, sondern auch den Zeitaufwand. Check-in, Gästekommunikation, Reinigung und Instandhaltung kosten Zeit. Viele Gastgeber unterschätzen den operativen Aufwand, besonders bei häufigem Mieterwechsel. Eine professionelle Verwaltung kostet typischerweise 20-25% der Einnahmen.

Standortwahl: Wo lohnt sich ein Airbnb-Investment?

Der Standort entscheidet über Erfolg oder Misserfolg einer Ferienwohnung als Kapitalanlage. Erfolgreiche Airbnb-Hosts erzielen durch strategische Standortwahl bis zu 40% höhere Einnahmen als durch intuitive Entscheidungen. Standorte mit ganzjährig stabiler Nachfrage generieren rund 35% höhere Jahreseinnahmen als reine Saisonstandorte.

Kriterien für einen guten Airbnb-Standort:

  • Nähe zu touristischen Attraktionen oder Geschäftszentren

  • Gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel

  • Hohe Nachfrage bei gleichzeitig überschaubarem Angebot

  • Klare und umsetzbare lokale Regulierung

München, Berlin, Hamburg und Köln gehören zu den stärksten Märkten. Aber auch kleinere Städte mit Tourismus-Potenzial (z. B. Freiburg, Dresden, Heidelberg) können interessant sein, weil dort die Einstiegspreise niedriger und die Regulierung oft weniger streng ist. Prüfen Sie vor dem Kauf unbedingt, ob die Stadt ein Zweckentfremdungsverbot hat und welche Genehmigungen nötig sind.

Rechtliche Situation in Deutschland

Die gesetzliche Lage für die Kurzzeitvermietung in Deutschland ist komplex und variiert je nach Stadt und Bundesland. Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es nicht. Stattdessen gelten in vielen Großstädten sogenannte Zweckentfremdungsverbote.

Was ist das Zweckentfremdungsverbot?

Das Zweckentfremdungsverbot untersagt die Nutzung von Wohnraum zu anderen Zwecken als dem dauerhaften Wohnen. Die Vermietung als Ferienwohnung gilt als Zweckentfremdung, sofern Sie keine Genehmigung haben.

Regelungen in wichtigen Städten:

  • Berlin: Registrierungspflicht, komplette Wohnung maximal 90 Tage pro Jahr ohne Genehmigung. Bei Verstoß drohen Bußgelder bis zu 500.000 €. Für eine Genehmigung müssen Sie beim zuständigen Bezirksamt einen Antrag stellen. Bearbeitungsdauer: bis zu 8 Wochen, Gebühren: 77-693 €.

  • München: Bis zu 8 Wochen im Jahr ohne Genehmigung erlaubt. Darüber hinaus brauchen Sie eine Zweckentfremdungsgenehmigung.

  • Hamburg: Registrierungspflicht seit 2019. Ohne Wohnraumschutznummer ist Kurzzeitvermietung unzulässig.

  • Köln, Stuttgart, Bonn: Ebenfalls Genehmigungspflicht mit lokalen Besonderheiten.

Ohne Genehmigung vermieten? Besser nicht.

Nachbarn können illegale Kurzzeitvermietungen beim Ordnungsamt melden. Plattformen wie Airbnb sind zudem seit dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz verpflichtet, Vermieterdaten an die Finanzbehörden weiterzugeben, wenn Sie mehr als 2.000 € Einnahmen und 30 Vorgänge pro Jahr erreichen.

Neue EU-Verordnung ab Mai 2026

Am 20. Mai 2026 tritt die EU-Verordnung (EU) 2024/1028 in Kraft. Sie wird den Kurzzeitvermietungsmarkt in ganz Europa grundlegend verändern.

Was sich ändert:

  1. Einheitliche digitale Registrierungspflicht für alle Gastgeber in der EU.
  2. Eine zentrale Zugangsstelle, über die Behörden Vermieterdaten direkt abrufen können
  3. Plattformen müssen Registrierungsnummern überprüfen, bevor Inserate veröffentlicht werden

Für Deutschland bedeutet das: Wer bisher ohne Registrierung vermietet hat, muss sich spätestens jetzt darum kümmern. Die neuen Transparenzregeln machen eine anonyme Vermietung praktisch unmöglich.

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Wann braucht man keine Genehmigung?

Nicht jede Form der Kurzzeitvermietung erfordert eine behördliche Genehmigung. In den meisten Städten gilt:

  • Eigene Hauptwohnung (Teilvermietung): Wenn Sie selbst in der Wohnung wohnen und weniger als 50% der Fläche an Gäste vermieten, benötigen Sie in der Regel keine Genehmigung. So können Sie beispielsweise ein Zimmer in Ihrer Zweizimmerwohnung vermieten und damit die monatlichen Fixkosten senken.
  • Urlaubsabwesenheit: In vielen Städten dürfen Sie Ihre Wohnung während Ihrer Abwesenheit (z. B. Urlaub, Auslandssemester) untervermieten. Die Vermietung muss jedoch zusammenhängend erfolgen und darf nicht tage- oder wochenweise stattfinden. Der Mietpreis muss dem ortsüblichen Niveau entsprechen.
  • Kurzzeitkontingent: Berlin erlaubt 90 Tage im Jahr ohne Genehmigung, München bis zu 8 Wochen. Prüfen Sie die lokale Regelung.

Steuern bei Airbnb-Einnahmen erläutert

Einnahmen aus der Vermietung über Airbnb müssen in der Steuererklärung als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung angegeben werden. Ob tatsächlich Steuern anfallen, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

1. Einkommensteuer:

Ab Einnahmen von 521 € pro Jahr greift die sogenannte Vereinfachungsregel nicht mehr. Das bedeutet: Ab diesem Betrag müssen Sie alle Airbnb-Einnahmen in Anlage V Ihrer Steuererklärung eintragen. Im Gegenzug können Sie Werbungskosten (Möbel, Reinigung, anteilige Nebenkosten, Plattformgebühren) absetzen.

2. Umsatzsteuer:

Für Kurzzeitvermietungen gilt ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von 7 %. Dank der Kleinunternehmerregelung sind Sie davon befreit, wenn Ihr Gesamtumsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 € bleibt. Diese Grenzen gelten seit Januar 2025 (vorher: 22.000 € bzw. 50.000 €).

3. Gewerbesteuer:

Gewerbesteuer fällt erst bei Einnahmen über dem Freibetrag von 24.500 € im Jahr an. Bei gelegentlicher Vermietung einer einzelnen Wohnung ist eine Gewerbeanmeldung in der Regel nicht nötig. Wer jedoch mehrere Objekte professionell vermietet, wird vom Finanzamt als gewerblich eingestuft.

Risiken und Nachteile der Kurzzeitvermietung

Ein Airbnb-Investment ist kein Selbstläufer. Folgende Risiken sollten Sie kennen:

  • Leerstandsrisiko: Ohne konstante Buchungen verdienen Sie nichts. Saisonale Schwankungen, neue Konkurrenz oder eine Wirtschaftskrise können die Auslastung stark senken.

  • Regulierungsrisiko: Städte können Regeln verschärfen. Was heute erlaubt ist, kann morgen verboten sein.

  • Abnutzung: Kurzzeitgäste gehen mit der Einrichtung oft weniger pfleglich um als Dauermieter. Die Abnutzung und der Reinigungsaufwand sind höher.

  • Bewertungsabhängigkeit: Schlechte Bewertungen können die Buchungszahlen schnell einbrechen lassen. Guter Service ist Pflicht.

  • Opportunitätskosten: Der Zeitaufwand für Gästebetreuung, Reinigung und Instandhaltung ist nicht zu unterschätzen. Rechnen Sie Ihren eigenen Stundenlohn dagegen.

Risiken und Nachteile der Kurzzeitvermietung

Gerade in Zeiten wachsender Konkurrenz auf Airbnb erreichen viele Gastgeber nur noch dann eine hohe Auslastung, wenn sie erheblich in Ausstattung, Fotos und Servicequalität investieren.

Tipps für ein erfolgreiches Airbnb-Investment

Wer sich für die Kurzzeitvermietung entscheidet, sollte von Anfang an professionell vorgehen:

  • Standort analysieren: Prüfen Sie die Nachfrage über Tools wie AirDNA. Nicht jeder Standort eignet sich.

  • Regulierung klären: Informieren Sie sich vor dem Kauf beim zuständigen Bezirksamt über die lokalen Regelungen.

  • Professionelle Fotos: Wohnungen mit professionellen Fotos erzielen laut Airbnb bis zu 40% mehr Buchungen.

  • Smart einrichten: Keyless Entry (Schlüsselboxen), schnelles WLAN und eine gut ausgestattete Küche sind heute Standard.

  • Preise dynamisch anpassen: Nutzen Sie Tools wie PriceLabs oder die dynamische Preisgestaltung von Airbnb selbst.

  • Reinigungsprozess optimieren: Arbeiten Sie mit einem zuverlässigen Reinigungsservice zusammen, der schnelle Wechsel ermöglicht.

  • Steuerberater einschalten: Gerade bei der Abgrenzung zwischen privater Vermögensverwaltung und Gewerbe lohnt sich professionelle Beratung.

Fazit: Lohnt sich Airbnb als Investment in Deutschland?

Ein Immobilien-Investment mit Kurzzeitvermietung über Airbnb kann in Deutschland nach wie vor attraktive Renditen erzielen - vorausgesetzt, Standortwahl, rechtliche Rahmenbedingungen und professionelles Management stimmen.

Die Zeiten der unregulierten Vermietung sind jedoch vorbei: Gerade die neue EU-Verordnung ab Mai 2026 wird für mehr Transparenz und strengere Kontrollen sorgen, weshalb eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich ist. Wer die Regeln kennt und einhält, profitiert weiterhin von einer der flexibelsten Einnahmequellen im Immobilienbereich – besonders die Teilvermietung der eigenen Wohnung bleibt eine unkomplizierte Möglichkeit, monatliche Fixkosten spürbar zu senken.

Unser Tipp: Prüfen Sie vor dem Kauf einer Immobilie gezielt die lokalen Genehmigungspflichten und vergleichen Sie verschiedene Finanzierungsoptionen - denn die richtige Baufinanzierung bildet das Fundament für ein rentables Kurzzeitvermietungs-Investment.

Häufig gestellte Fragen zu Airbnb-Investments

Lohnt sich ein Airbnb-Investment in Deutschland?

In attraktiven Lagen kann die Kurzzeitvermietung über Airbnb 40-60% mehr Einnahmen bringen als eine Dauervermietung. Allerdings müssen Sie die Kosten für Reinigung, Gästebetreuung, Ausstattung und Plattformgebühren gegenrechnen. Zudem schränken Zweckentfremdungsverbote in vielen Großstädten die Vermietung ein. Ein Airbnb-Investment lohnt sich vor allem dann, wenn der Kaufpreis pro Quadratmeter moderat ist und die touristische Nachfrage ganzjährig stabil bleibt.

Wie viel Gewinn macht man mit Airbnb?

Der Gewinn hängt von Standort, Auslastung und Kosten ab. In einer Beispielrechnung für eine 50 m2 Wohnung in einer Großstadt mit 200 vermieteten Nächten à 80 € kommen Sie auf ca. 16.000 € Bruttoeinnahmen. Nach Abzug von Reinigung, Servicegebühren und Nebenkosten bleiben etwa 9.000 bis 10.000 € netto. Airbnb behält als Servicegebühr rund 3 % vom Gastgeber ein.

Wie viel darf man mit Airbnb steuerfrei verdienen?

Ab Einnahmen von 521 € pro Jahr aus der Vermietung greift die steuerliche Vereinfachungsregel nicht mehr. Alle Airbnb-Einnahmen müssen dann in der Steuererklärung angegeben werden. Umsatzsteuer fällt dank der Kleinunternehmerregelung erst an, wenn Ihr Gesamtumsatz im Vorjahr über 25.000 € lag. Gewerbesteuer wird erst ab 24.500 € Jahresgewinn fällig.

Brauche ich eine Genehmigung, um meine Wohnung über Airbnb zu vermieten?

Das kommt auf die Stadt an. In den meisten deutschen Großstädten wie Berlin, München und Hamburg gilt ein Zweckentfremdungsverbot. Wenn Sie die komplette Wohnung kurzfristig vermieten wollen, brauchen Sie eine behördliche Genehmigung. Ohne Genehmigung drohen Bußgelder von bis zu 500.000 €. Eine Ausnahme besteht, wenn Sie weniger als 50% der eigenen Wohnung vermieten oder innerhalb des erlaubten Tagekontingents bleiben (z. B. 90 Tage in Berlin).

Was ändert sich durch die neue EU-Verordnung ab Mai 2026?

Die EU-Verordnung (EU) 2024/1028 führt ab dem 20. Mai 2026 eine einheitliche digitale Registrierungspflicht für alle Kurzzeitvermieter in der EU ein. Plattformen wie Airbnb müssen Registrierungsnummern prüfen, bevor Inserate veröffentlicht werden. Behörden erhalten über eine zentrale Zugangsstelle Zugriff auf die Vermieterdaten. Eine anonyme Vermietung wird dadurch praktisch unmöglich.

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