Option 1: Das Tilgungsdarlehen
Beim klassischen Tilgungsdarlehen funktioniert die Rückzahlung nach einem anderen Prinzip: Sie zahlen jeden Monat denselben Tilgungsbetrag plus die Zinsen auf die Restschuld. Da die Restschuld kontinuierlich sinkt, sinkt auch der Zinsanteil - Ihre Gesamtrate wird von Monat zu Monat kleiner.
Ein konkretes Beispiel macht den Unterschied deutlich: Bei einem Darlehen von 60.000 EUR mit 5% Zinsen über 60 Monate zahlen Sie beim Annuitätendarlehen konstant 1.132,27 Euro monatlich. Beim Tilgungsdarlehen beginnen Sie mit 1.250 Euro und enden bei 1.004,20 Euro. Die anfangs höhere Belastung führt zu niedrigeren Gesamtzinsen - Sie sparen beim Tilgungsdarlehen insgesamt etwa 311 Euro.
Welche Variante passt zu Ihnen? Das Tilgungsdarlehen eignet sich für Kreditnehmer, die anfangs mehr finanziellen Spielraum haben. Das Annuitätendarlehen punktet hingegen mit konstanter Planbarkeit - ideal, wenn Sie Ihre monatliche Belastung genau an Ihr Budget anpassen möchten.
Option 2: Volltilgerdarlehen
Das Volltilgerdarlehen ist eine spezielle Form des Annuitätendarlehens mit einem entscheidenden Unterschied: Die Restschuld beträgt am Ende der Zinsbindung exakt null Euro. Sie vereinbaren also eine Laufzeit, nach der Sie vollständig schuldenfrei sind - ohne Anschlussfinanzierung, ohne Zinsänderungsrisiko.
Ein Beispiel aus der Praxis: Sie finanzieren 350.000 Euro über 20 Jahre zu 3,9% als Volltilgerdarlehen. Ihre monatliche Rate beträgt 2.105 Euro und nach genau 20 Jahren haben Sie den letzten Cent bezahlt. Bei einem klassischen Annuitätendarlehen mit 2% Tilgung würden Sie nur 1.721 Euro monatlich zahlen, hätten aber nach 20 Jahren noch eine Restschuld von rund 209.000 Euro vor sich.
Das Volltilgerdarlehen macht besonders dann Sinn, wenn Sie sich günstige Konditionen für die gesamte Entschuldungsdauer sichern wollen. Banken belohnen die Planungssicherheit oft mit einem Zinsrabatt von 0,1-0,2% gegenüber einem Standard-Annuitätendarlehen. Der Preis dafür: Sie müssen die höhere monatliche Belastung dauerhaft stemmen können.
Option 3: Endfälliges Darlehen
Beim endfälligen Darlehen zahlen Sie während der gesamten Laufzeit ausschließlich die Zinsen. Die Tilgung erfolgt am Ende in einer Summe. Diese Konstruktion wird häufig mit einem Bausparvertrag oder einer Lebensversicherung kombiniert, die zur Tilgung angespart wird. Die monatliche Belastung erscheint zunächst niedriger, da die Tilgung ja separat läuft.
Doch Vorsicht: Die Gesamtzinsbelastung ist beim endfälligen Darlehen am höchsten von allen Darlehensformen. Der Grund liegt auf der Hand – die Darlehenssumme bleibt über die gesamte Laufzeit konstant hoch, sodass Sie permanent auf den vollen Betrag Zinsen zahlen.
Endfällige Darlehen eignen sich hauptsächlich für vermietete Immobilien, bei denen die Zinsen steuerlich voll absetzbar sind. Für selbstgenutzte Immobilien sind sie in den meisten Fällen die teuerste Option.