Die kurze Antwort: Ihr Erspartes verliert real an Wert, obwohl auf dem Kontoauszug jeden Monat ein kleines Plus steht. Seit die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagenzinssatz im Juni 2026 auf 2,25 % angehoben hat, zahlt das durchschnittliche Tagesgeldkonto rund 2,3 % pro Jahr. Festgeld liegt je nach Laufzeit etwas darüber. Klingt solide. Doch sobald Sie Inflation und Abgeltungssteuer gegenrechnen, schmilzt der Ertrag dahin.
Ein Rechenbeispiel macht das greifbar. Sie parken 10.000 € auf einem Tagesgeldkonto zu 2,3 %. Nach einem Jahr stehen 230 € Zinsen auf dem Papier. Davon zieht der Fiskus 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag ab, es bleiben etwa 169 €. Liegt die Inflation bei 2,2 %, hat Ihr Guthaben in Kaufkraft gerechnet praktisch stagniert. Das ist der Grund, warum immer mehr Sparer eine alternative zu tagesgeld suchen, die mehr aus dem Geld macht, ohne es dem vollen Risiko der Börse auszusetzen.
Dazu kommt das lästige Zinshopping. Die schönen Aktionszinsen von bis zu 3,11 % gelten fast immer nur für Neukunden und laufen nach drei bis sechs Monaten aus. Wer die Bestzinsen mitnehmen will, wechselt alle paar Monate das Konto. Genau diesen Aufwand wollen die meisten Menschen loswerden.


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